Trailer zur Kundgebung & Grundsteinlegung an Burak Bektaş 5. Todestag

TRAILER

5. Jahrestag des Mordes an Burak Bektaş

War Rassismus das Motiv?
5 Jahre Ungewissheit – Wir fordern Konsequenzen!

Einladung zur Kundgebung und feierlichen Grundsteinlegung
für einen Gedenkort für Burak Bektaş

Mittwoch, 5. April 18.30 Uhr
Rudower Str./Möwenweg (U Britz-Süd)

Burak Bektaș wurde am 5. April 2012 in Berlin-Neukölln von einem Unbekannten ermordet, zwei seiner Freunde wurden lebensgefährlich verletzt. Sie standen gegenüber des Krankenhaus Neukölln und unterhielten sich, als ein unbekannter weißer Mann gezielt auf die Gruppe Jugendlicher mit sogenanntem Migrationshintergrund zuging und mehrere Schüsse auf sie abfeuerte: Völlig unvermittelt und wortlos schoss er und entfernte sich langsam vom Tatort. Die Überlebenden hatten den Täter noch nie zuvor gesehen. Sie beschreiben die Tat als Hinrichtung auf offener Straße. Ein Vorgang, den wir von den Morden des NSU kennen: Weißer Mann schießt wortlos und ohne Vorwarnung auf Migranten. War der Mordanschlag auf Burak und seine Freunde eine NSU-Nachahmungstat? War der Mörder ein Rassist? Viele Fragen, keine Antworten.

Fünf Jahre nach dem Mordanschlag auf Burak Bektaş und seine Freunde

  • gibt es immer noch keine Gewissheit für die Angehörigen
  • hat die Staatsanwaltschaft keine Ermittlungsergebnisse vorzuweisen
  • wird Rassismus und ein rechtes Tatmotiv nicht ausreichend untersucht
  • werden keine Lehren aus den Ermittlungen zum NSU gezogen
  • herrscht weiterhin große Verunsicherung auf den Straßen Neuköllns – vor allem unter Jugendlichen, die von Rassismus betroffen sind
  • bleibt der Mord an Burak kein Einzelfall: In Berlin gibt es mehrere unaufgeklärte Tötungsfälle, bei denen ein rechtes/rassistisches Motiv möglich ist

Deshalb haben wir jedes Vertrauen in Polizei und Staatsanwaltschaft verloren.

Wir fordern politische Konsequenzen:

  • Eine Offenlegung sowie kritische und unabhängige Überprüfung der bisherigen (nicht)geleisteten Arbeit der Staatsanwaltschaft und Polizei, insbesondere was in Richtung Rassismus (nicht) ermittelt wurde.
  • Neue, gezielte Ermittlungen in Richtung eines rassistischen Tatmotivs: Hinweisen, die auf eine extrem rechte Täterschaft deuten, muss konsequent nachgegangen werden.
  • Transparenz seitens der Polizei gegenüber den Angehörigen des Ermordeten und der Öffentlichkeit.

Nach 5 Jahren Ungewissheit fordern wir, dass die Ermittlungen neu aufgerollt werden!

Kommt am 5. Jahrestag des Mordes an Burak Bektaş zur Grundsteinlegung des Gedenkortes!

Setzen wir gemeinsam ein deutliches Zeichen, dass es so nicht weitergehen kann!

Redebeitrag auf der antifaschistische Demonstration: Jetzt erst recht! Offensiv gegen Nazigewalt und Rassismus – Solidarität mit den Angegriffenen!

am 25.03.2017 in Süd-Neukölln (Berlin)

Am 25.03.2017 demonstrierten über 700 Menschen, gegen Nazigewalt und Rassismus in Südneukölln. – in Solidarität mit den Menschen deren Autos angezündet, auf deren Arbeitsplatz ein Brandanschlag verübt wurde, deren Scheiben eingeworfen, deren Hauswände mit Morddrohungen versehen wurden.
Seit Herbst 2016 wurden über 20 Naziangriffe auf Buchhändler, Gewerkschaftler*innen, vermeintliche Linke und SPD‘ler*innen in Berlin-Neukölln, Kreuzberg und dem Wedding verübt.
Kein einziger Täter wurde verhaftet, genauso wenig wie der Mörder von Burak Bektaş.

Burak Bektaş 5. Todestag ist am 5. April 2017, wir laden euch herzlich zur Grundsteinlegung und Kundgebung um 18:30 Uhr gegeüber dem Krankenhaus Neukölln Rudower Straße Ecke Möwenweg ein.

Hier unser Redebeitrag:

Wir demonstrieren heute hier unsere Solidarität mit unseren Freundinnen und Freunden, mit unseren GenossInnen, denn sie wurden in den letzten Wochen und Monaten in Neukölln von Nazis angegriffen. Nazis haben politische Aktivist_innen bis in ihr persönliches Umfeld verfolgt und dort ihre Wohnhäuser, ihre Autos etc. angegriffen Wir alle demonstrieren hier gegen Nazigewalt und Rassismus, gegen Gewalt von Nazis gegen Linke und Migrant_innen.
Und diese Solidarität unter uns ist wichtig.
Solidarität heißt sich an die Seite der Angegriffenen zu stellen.
Darum demonstrieren wir hier heute ebenfalls, weil sich nächste Woche der Mord an Burak Bektas zum 5. Mal jährt.
Vor fünf Jahren – am 5.4.2012 – kam es zum Mordanschlag auf Burak Bektaş und seine Freunde. Wenige Stunden vor dem Mord fielen stadtbekannte Neonazis am Ort des Mordes bei einer antifaschistischen Veranstaltung auf. Der Mord an Burak ist bis heute nicht aufgeklärt, Angehörige und Unterstützer*innen fragen nach einem rassistischen Mordmotiv dieser Tat. Mit dem Mord an Luke Holland im September 2015 in Neukölln beklagen wir ein weiteres Todesopfer rechter Gewalt. In beiden Fällen wird seitens der Ermittlungsbehörden ein rechtes Tatmotiv konsequent ignoriert: Rechte Ideologie, Rassismus, Neonazi und Nazi-Ideologie werden verharmlost, verschwiegen. Völkisches Denken, Rassismus, Antisemitismus und Antimuslimischer Rassismus werden nicht als Bestandteile faschistischer Rechter Ideologie kontexualisiert. Uns als Burak Ini fällt auf, dass der Mord an Burak auch in weiten Teilen der Linken nicht konsequent mitgedacht wird, wenn es um Nazigewalt hier im Stadtteil geht. Als Burak Bektas vor 5 Jahren hier in Neukölln ermordet wurde, konnte man auf der ersten Soli-Demo die von Freunden von Burak organisiert wurde, die weißen Antirassistinnen an 2 Händen abzählen. Die Beerdigung mit 2000 Leuten war mehr oder weniger eine interne Veranstaltung aus der türkischen Community.
Nazis greifen jedoch Linke, Migrant_innen und andere von ihnen auf Grund von Sozialchauvinismus und Rassismus markierte Personen an.

Die Frage drängt sich auf: Welche Konsequenzen ziehen wir – die antirassistische und antifaschistische Bewegung – aus dem NSU-Komplex? Warum werden manche Opfergruppen in der Linken nur am Rande mitgedacht?
(Noch einen Schritt zurück:)
Wer fühlt sich wovon mit gemeint? Wer solidarisiert sich wo mit wem?
Wie weit reicht unsere Solidarität?Und auch wenn man sich nicht mitgemeint fühlt? Was ist,wenn es eingebildete und tatsächliche Unterschiede zu den Opfern von Naziangriffen gibt?
- Ist es weil die linke Szene so eng, auf sich bezogen ist und deshalb nur eine starke Reaktion zeigt, wenn die eigenen Leute betroffen sind?
- Eine andere Möglichkeit: Ist die Szene so weiß, so Mittelklasse, so bildungsorientiert, dass sie mit den Opfern rassistischer, und sozialchauvinistischer Gewalt deshalb schon wenig zu tun hat?
- Und wenn dem so ist, wie weit sind dann auch Linke anfällig für die Medieninszenierungen, die rassistische Gewalt tabuisieren, unkenntlich machen, nicht sehen wollen. Bis hin zur Täter Opfer-Verkehrung, die bewirkt, dass die Täter immer wieder im Umfeld der Opfer vermuten (siehe NSU); Die Wirkung von Rassismus innerhalb der Gesellschaft und die soziale Spaltung haben System. Der NSU-Komplex hat diese Wirkungsweisen sehr deutlich gezeigt. Und sie wirken auch innerhalb der Linken. Der faschistische Terror greift, weil Staat und Nazis Hand in Hand gehen: Es wird gedeckt,vertuscht, verharmlost, es wird gewähren gelassen. Auch aktuell wieder ein Beispiel für diese unkritische Wechselbeziehung zwischen herrschenden Medien und Linken ist der Umgang mit einem Mord an Mohammed Abo Hassan, einem Geflüchteten aus Syrien in der Buschkrugallee im Februar diesen Jahres. Die Medien suggerieren über Andeutungen zum Ort des Mordes, dass dieser Mord in einem migrantischen Milieu oder auch einem Drogenmilieu stattgefunden habe. Aus der Linken gibt es bisher keine öffentlich wahrnehmbaren Reaktionen: weder Flugblätter, noch Demos, alleine Schweigen.

Dass die Behörden auch bei erwiesener Tatausführung durch einen Nazi nicht in Richtung eines rechten Tatmotivs ermitteln zeigt nicht zuletzt der Mord an Luke Holland im September 2015 ebenfalls hier in Neukölln. Luke Holland wurde von einem bekennenden Nazi ermordet, der eine Wohnung voller Nazi Devotionalien, Waffen und Sprengstoff hat. Der Sprengstoff taucht nicht mal in der Anklageschrift auf. Im Prozess wurden weder die Verbindungen des Nazis, sein Umfeld, die Herkunft der Waffen und des Sprengstoff, noch untersucht,ob er eingebunden in Nazidiskussionen zu Terrorkonzepten wie Lone Wolf etc war. Ibrahim Arslan,Überlebender des Möllner Brandanschlags von 1992 hat gesagt: Wenn ein Migrant in Deutschland ermordet wird, muss man so lange davon ausgehen, dass es ein rassistischer Mord war, bis die Polizei uns das Gegenteil bewiesen hat! Das muss nicht nur für die Ermittlungsbehörden gelten. Das ist spätestens nach der Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds auch für uns eine Konsequenz. Auch 2017 in Neukölln gilt: Wenn ein Migrant ermordet wird, erfolgt keine Aufklärung oder Suche in Richtung einer rassistischen Tat. Auch innerhalb der mehrheitlich weißen Linken wird nicht immer konsequent in diese Richtung gedacht, eine unbewiesene Vermutung in diese Richtung wird schnell als Verschwörungstheorie abgetan.

Es ist jedoch Grundlage einer linken Gesellschaftsvorstellung, mit Betroffenen von Nazigewalt solidarisch zu sein. Die Gründung der Burak Ini war auch eine Reaktion auf den NSU. Nicht nur wegen der Paralleleim Tatablauf, die da wären: Ein weißer Täter schießt wortlos auf Migranten. Der Mord an Burak ist eine mögliche NSU-Nachfolgetat. Die Gründung der Ini war auch der Versuch,Lehren aus fehlender Reaktion aus der antirassistischen und antifaschistischen Linken, dass Angehörige komplett alleine gelassen wurden zu ziehen: das darf niemals wieder so sein. Wir haben allen Grund misstrauisch zu sein gegenüber Ermittlungsbehörden, Staat, Politik; dem strukturellen und institutionell verankerten Rassismus. Unsere Konsequenzen sind: Nicht wegsehen! Wachsamkeit gegenüber rassistischen und sozialen Spaltungsversuchen der Herrschenden. Und: Praktische Solidarität. Wir fordern Aufklärung im Fall des ermordeten Burak Bektas – für ein demokratisches und angstfreies Miteinander. Solidarität heisst für uns:Gemeinsam den antirassistischen und antifaschistischen Widerstand organisieren!
Wir freuen uns, dass wir zu diesem Anlass hier heute alle gemeinsam auf der Straße sind! Vielen Dank!

5. Jahrestag des Mordes an Burak Bektaş

Wir fordern endlich Aufklärung! Aktionswochen vom 14.2. bis 5.4.

Seit fünf Jahren fordern die Angehörigen von Burak eine Aufklärung dieses Mordes und die Beantwortung der vielen offenen Fragen. Da von der ermittelnden Staatsanwaltschaft weiterhin keine Ergebnisse zu erwarten sind, ist es nach fünf Jahren an der Zeit, dass die Politik ihre Verantwortung wahrnimmt. Deshalb erwarten wir vom rot-rot-grünen Berliner Senat im Hinblick auf den 5. Jahrestag deutliche Bemühungen um Aufklärung. Gleichzeitig schaffen wir mit dem Gedenkort ein unübersehbares Zeichen des Kampfs um Aufklärung, des Zusammenkommens und der Solidarität. Burak Bektaş bleibt unvergessen! Für konsequente Aufklärung!

Pressemitteilung vom 14.02.2017 zu den Aktionswochen

Herzliche Einladung zu den Aktionswochen zum 5. Jahrestag des Mordes an Burak Bektaş:

14. Februar bis 5. April: Spendenkampagne mit Verlosungsaktionen

Zwischen Buraks Geburtstag und dem Jahrestag des Mordes verlosen wir in drei Runden am 24.2., 17.3. und 7.4. verschiedene Freikarten und Geschenke. Der Gedenkort für Burak Bektaş kann nur realisiert werden, wenn sich genug Menschen finden, die bereit sind, dafür zu spenden. Unterstützt den Gedenkort und mit etwas Glück erhaltet Ihr ein Dankeschön! DANKE! TEŞEKKÜRLER! THANK YOU! Mehr Infos

14. Februar: Gedenken zu Buraks Geburtstag

Am 14.2. wäre Burak Bektaş 27 Jahre alt geworden. Am Tag seines Geburtstags werden wir um 16 Uhr zunächst an die Stelle gehen, wo dieser unfassbare Mord stattgefunden hat. Wir bringen Blumen und werden zeigen, dass Burak unvergessen bleibt. Im Anschluss gibt es bei Tee, Kaffee und Kuchen im Anton- Schmaus-Haus (Gutschmidtstraße 37) Gelegenheit zusammenzukommen. Mehr Infos

1. März: Veranstaltung in Kooperation mit dem Museum Neukölln

Gedenken ohne Gewissheit?! Das Museum Neukölln lädt ein zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion zum Gedenkort für Burak Bektaş
Um 19:00 Uhr ins Foyer Kulturstall Britz (Gutshof Britz, Alt-Britz 81).
Mehr Infos / Veranstaltungsflyer / jw & berliner Zeitung zur Veranstaltung / Fotos

21. März: Veranstaltung in Kooperation mit dem TBB (Türkischer Bund Berlin-Brandenburg)

Filmvorführung und Diskussion anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus und des 5. Jahres des Mordes an Burak mit Vertreter*innen der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş, des Türkischen Bundes
Berlin-Brandenburg (TBB) und des Filmes „Erinnerst du dich?“ in Kooperation mit dem Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung.
Dienstag, den 21. März 2017, 18.00 – 20.30 Uhr
Ort: Bildungswerk der Heinrich-Böll-Stiftung, Sebastianstr. 21, 10179 Berlin
Mehr Infos / Veranstaltungsflyer

25. März: Beteiligung an der Demonstration gegen rechte Gewalt und Rassismus in Rudow

25. März 2017 | U-Bhf. Rudow | antifaschistische Demonstration: Jetzt erst recht! Offensiv gegen Nazigewalt und Rassismus – Solidarität mit den Angegriffenen!
http://neukoelln.blogsport.de/

5. April: Feierliche Grundsteinlegung des Gedenkorts für Burak Bektaş

Als Höhepunkt der Aktionswochen wird am 5.4. zum 5. Jahrestag des Mordes an Burak Bektaş feierlich der Grundstein des geplanten Gedenkortes sowie eine Gedenktafel von Familie Bektaş eingeweiht. Wir hoffen dass ihr zahlreich erscheint und planen ein Rahmenprogramm, verschiedene Reden und eine Pressekonferenz. Mehr Infos folgen

Veranstaltung: 21 März – Internationaler Tag gegen Rassismus – Rassismus geht uns alle an! Erinnerst du dich?

Dienstag, den 21. März 2017, 18.00 – 20.30 Uhr
Ort: Bildungswerk der Heinrich-Böll-Stiftung, Sebastianstr. 21, 10179 Berlin

Filmvorführung und Diskussion anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus und des 5. Jahres des Mordes an Burak mit Vertreter*innen der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş, des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg (TBB) und des Filmes „Erinnerst du dich?“ in Kooperation mit dem Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung.

Der Mord an Burak Bektaş

Am 5. April 2012 wurde der 21-jährige Neuköllner Burak Bektaş von einem Unbekannten erschossen. In der Tatnacht stand Burak mit Freunden und neuen Bekannten an einer Bushaltestelle nah dem Krankenhaus Neukölln, als sich der Täter der Gruppe nährte und vollkommen unvermittelt das Feuer eröffnete. Zwei der jungen Männer überlebten schwerverletzt, doch Burak starb. Auch wenn der Mörder bis heute nicht gefunden wurde, ist ein rassistisches Tatmotiv wahrscheinlich. Nicht nur, weil die Durchführung der Tat an den NSU denken lässt, dessen Selbstentarnung nur wenige Monate zurücklag: So schoss ein weißer Täter auf eine Gruppe als migrantisch zugeschriebener Jugendlicher. Er entfernte sich mit ruhigen Schritten vom Tatort. Wegen dieseR Kaltblütigkeit
fühlten sich die Angegriffenen an eine Hinrichtung auf offener Straße erinnert. Im Kontext der NSU-Morde stellt sich zudem die Frage nach dem polizeilichen Vorgehen. Institutioneller Rassismus zeigte sich damals in den diskriminierenden Vorannahmen, welche die Polizei dazu veranlasste, den Täter vornehmlich unter den Angehörigen der vom NSU-Ermordeten zu vermuten. Von den demütigenden Befragungen und Unterstellungen seitens der Polizei haben viele Angehörigen in Veranstaltungen und Publikationen berichtet. Hat sich seitdem etwas an der Arbeit der Polizei geändert?

In der Nähe des Tatorts entsteht auf Wunsch der Familie Bektaş ein Gedenkort für Burak. Mitten in Süd-Neukölln soll ein kleiner Platz zur Begegnung einladen und eine zentrale Skulptur sowohl an den unaufgeklärten Mord an Burak Bektas erinnern – als auch an die vielen anderen unaufgeklärten Morde in Deutschland, bei denen es sich um rechte Taten handelt und handeln könnte.

Der Film: „Erinnerst du dich?“
26 min, 2016.

Der Film zeigt die Recherche Berliner Jugendlicher zu den Hintergründen der Tat. Durch selbst entwickelte Texte, inszenierte Szene sowie einem selbst kreierten Soundtrack verbinden die Jugendlichen die Rechercheergebnisse mit ihren eigenen Lebenserfahrungen. Dabei erörtern sie grundsätzliche gesellschaftspolitische und philosophische Fragen.

Programm
18.00-18.15 Begrüßung: TBB / Burak Bektaş Initiative / Bildungswerk
18.15-18.30 Redebeitrag zum internationalen Tag gegen Rassismus (TBB)
18.30-18.45 Burak Bektaş Initiative – Präsentation
18.50-19.15 Film: Erinnerst du dich?
19.20-20.00 Podiumsdiskussion mit TBB, Burak Bektaş Initiative und Jugendlichen / Filmmacherin
20.00-20.30 Get together

Datum: Dienstag, den 21. März 2016, 18.00 – 20.30 Uhr
Ort: Bildungswerk der Heinrich-Böll-Stiftung,
Sebastianstr. 21, 10179 Berlin

Veranstaltungsflyer als PDF

Fotos von der Veranstaltung am 1. März im Museum Britz





Mehr Infos / Veranstaltungsflyer / jw & berliner Zeitung zur Veranstaltung

Spendenkampagne mit Verlosungsaktionen

Zwischen Buraks Geburtstag und dem Jahrestag des Mordes verlosen wir in drei Runden am 24.2., 17.3. und 7.4. verschiedene Freikarten und Geschenke. Der Gedenkort für Burak Bektaş kann nur realisiert werden, wenn sich genug Menschen finden, die bereit sind, dafür zu spenden. Unterstützt den Gedenkort und mit etwas Glück erhaltet Ihr ein Dankeschön! DANKE! TEŞEKKÜRLER! THANK YOU!

Jetzt spenden: https://www.betterplace.org/p48984



Mehr Infos zum geplanten Gedenkort

Bisher haben wir schon über 25.000 EUR eingenommen. Das ist wundervoll – und wir sagen hiermit Danke! Teşekkürler! Thank You!

Aber leider reicht das noch nicht. Es fehlen noch weitere 25.000 EUR, um den Gedenkort zu finanzieren. Deswegen verlosen wir anlässlich des 5. Jahrestages des Mordes in drei Runden am 24.2., 17.3. und 7.4. verschiedene Freikarten und Geschenke. Dabei gilt: Je eher Ihr spendet, an desto mehr Verlosungsrunden nehmt Ihr teil.

Das wird als Dankeschön an alle, die zwischen dem 14. Februar und 5. April spenden, verlost:

2 × 2 Freikarten Berliner Ensemble 27.2. 19:30 Uhr, Kurt-Tucholsky-Abend
1 × 2 Freikarten Admiralspalast, 28.2. 20 Uhr, Konzert Max Raabe
3 x garantierter Eintritt für je 2 Personen ins Maxim Gorki Theater, 16.3. 20 Uhr, VA zum NSU-Prozess
2 × 2 Freikarten Sophiensaele, 15.4. 18 Uhr, Lucky Trimmer
6 × 2 & 1 × 3 Freikarten für das Museum für Kommunikation Berlin
4 × 2 Freikarten für das Schwule Museum
3 × 2 Freikarten für alle Yorck-Kinos
2 × 2 Freikarten für das Anne Frank Zentrum
2 × 2 Freikarten für das Deutsche Historische Museum
1 × 2 Freikarten für das Kino Krokodil
1 × 2 Freikarten für die Neuköllner Oper
1 × 2 Tagestickets für freien Eintritt in alle Staatlichen Museen Berlins

10 × 1-Monats-Abo junge Welt + aktuelle Ausgabe der Kulturzeitschrift „Melodie & Rhythmus“
10 × 1-Monats-Abo junge Welt + aktuelle Broschüre zur Rosa-Luxemburg-Konferenz
3 × 3-Monats-Abo Jungle World
2 × 6-Monats-Abo Missy Magazine
2 x Jahresabo der iz3w – informationszentrum 3. welt

3 Ausstellungskataloge „Das Ende der Idylle? Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung vor und nach 1933“ vom Museum Neukölln

So geht’s:
Spendet über betterplace:
https://www.betterplace.org/p48984

* Zur Teilnahme brauchen wir Eure Kontaktdaten, damit wir Euch informieren können, falls Ihr etwas gewinnt. Wenn Ihr über betterplace spendet und an der Verlosung teilnehmen wollt, müsst ihr der Weitergabe Eurer Kontaktdaten zustimmen.

… oder direkt auf unser Konto:
Antirassistische Initiative e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN DE46100205000003039600
BIC BFSWDE33BER
Verwendungszweck: Gedenkort Burak
Spenden sind steuerlich absetzbar.

*Zur Teilnahme brauchen wir Eure Kontaktdaten, damit wir Euch informieren können, falls Ihr etwas gewinnt. Wenn Ihr direkt eine Überweisung auf unser Spendenkonto vornehmt, müsst Ihr im Verwendungszweck zusätzlich Kontaktdaten von Euch angeben.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die Unterstützung unserer Spendenkampagne beim Admiralspalast, Anne Frank Zentrum, Berliner Ensemble, Deutsches Historisches Museum, junge Welt, Jungle World, Kino Krokodil, Maxim Gorki Theater, Missy Magazine, Museum für Kommunikation, Museum Neukölln, Neuköllner Oper, Schwules Museum, Sophiensaele, Staatliche Museen Berlin, Yorck Kinogruppe.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Gedenken zu Buraks Geburtstag / Burak‘ın doğum günü anısına

am Dienstag, 14. Februar 2017 um 16 Uhr an der Todesstelle Rudower Straße 48 (gegenüber Vivantes Klinikum Neukölln)

Am 14.2. wäre Burak Bektaş 27 Jahre alt geworden.

Am Tag seines Geburtstag werden wir alle – Freundinnen und Freunde, Familie und Unterstützende – zunächst an die Stelle gehen, wo dieser unfassbare Mord stattgefunden hat. Bis heute wurde der Mord nicht aufgeklärt, es gibt keinerlei Ermittlungsergebnisse. Wir bringen Blumen und werden zeigen, dass Burak unvergessen bleibt. Wir sind traurig und wir sind wütend!

Wir sind nicht bereit zu schweigen und wegzuschauen!
Wir sind nicht bereit hinzunehmen, dass der Mord an Burak unaufgeklärt bleibt! Wir fordern neue Ermittlungen!

Im Anschluss gibt es bei Tee, Kaffee und Kuchen im Anton- Schmaus-Haus (Gutschmidtstraße 37) Gelegenheit zusammenzukommen. Alle sind herzlich eingeladen!

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Bugüne kadar olay aydınlatılamadı. Formalite soruşturmalardanda hiç bir sonuç çıkmadı. Çok üzgünüz ve çok öfkeliyiz.

Burak Bektaş‘ın doğum gününde, öldürüldüğü olay yerinde ailesi, arkadaşları ve olayın aydınlatılmasını isteyen gönüllüler olarak onu unutmadığımızı göstermek için toplanacağız.

Burak‘ ı unutmayacağız ve sessiz kalmayacağız.Bu cinayetin faili meçhul kalmasına kesinlikle müsamaha göstermeyeceğiz.

Yeni bir soruşturma açılmasını istiyoruz.

Veranstaltung: Gedenken ohne Gewissheit?!

Podiumsdiskussion zum Gedenkort für Burak Bektaş
Mi, 1. März 2017, 19 Uhr
im Foyer Kulturstall Britz, Alt-Britz 81, U-Bhf. Parchimer Allee

Wir laden Euch herzlich zu unserer Podiumsveranstaltung ein, die wir gemeinsam mit dem Museum Neukölln anlässlich des 5. Jahrestages der Ermordung von Burak organisieren:

Spätestens mit der Selbstenttarnung des NSU vor fünf Jahren und der schrittweisen Offenbarung eklatanter Fehler seitens der Sicherheits- und Ermittlungsbehörden ist deutlich geworden: Deutschland hat nicht nur ein massives Problem mit gewaltbereiten Neonazis, sondern auch mit institutionellem Rassismus.

Nur wenige Monate nach dem Auffliegen des NSU-Komplexes schoss ein unbekannter, nach Zeugenaussagen weißer Mann in der Rudower Straße in Neukölln auf eine Gruppe von fünf Jugendlichen. Zwei der Jugendlichen überlebten schwer verletzt, der 22-jährige Neuköllner Burak Bektaş starb. Bis heute ist diese schreckliche Tat nicht aufgeklärt. Verschiedene Hinweise legen nahe, dass es sich um einen rassistischen Mord gehandelt haben könnte – oder gar um eine NSU-Nachahmungstat. Gewiss ist, dass es sich bei den Opfern um Menschen mit Migrationsgeschichte handelt. Wieder gibt es Kritik an den Behörden, da sie einem rassistischen Tatmotiv nur unzureichend nachgehen: Und somit werden keine Konsequenzen aus den diskriminierenden Vorannahmen und den daraus resultierenden Fehlern gezogen, die bei den Ermittlungen zum NSU so offenkundig geworden sind.

Auf Wunsch der Angehörigen soll nun mit Hilfe eines breiten Unterstützungskreises ein Gedenkort für Burak Bektaş entstehen. Mitten in Süd-Neukölln wird ein Platz in der Nähe der Todesstelle zur Begegnung einladen und eine zentrale Skulptur sowohl an den unaufgeklärten Mord an Burak Bektaş erinnern – als auch an die vielen anderen unaufgeklärten Morde in Deutschland, bei denen es sich um rechte Taten handelt und handeln könnte.

Wie kann man so ein Gedenken begründen, wo doch nichts gewiss ist? Wie bettet sich solch ein Gedenken in eine Gesellschaft ein, in der eine rechtsterroristische Mordserie so lange unentdeckt bleiben konnte? Und wie muss ein Gedenken aussehen, das keinen Schlussstrich zieht, sondern die Erinnerung wachhält, Bewusstsein schafft und aufrüttelt?

Über diese Fragen diskutieren:
- Ulli Jentsch, Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum
- Jan-Christopher Rämer, Bezirksstadtrat für Kultur in Neukölln
- Ibrahim Arslan, Freundeskreis im Gedenken an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992 und Überlebender des Anschlags
- Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş

Moderation: Udo Gößwald, Leiter des Museums Neukölln

„Stille in Neukölln – Der Mord an Burak Bektaş“ 30 minütige SWR2-Sendung

(29:41 min.) link.
von Thilo Schmidt – Sendezeiten beim 2. Sender des Süd-West-Rundfunks Montags bis freitags 10.05 bis 10.30 Uhr und 19.20 bis 20 Uhr

2012 wurde in Berlin-Neukölln der 22-jährige Burak Bektas erschossen. Zwei seiner Freunde wurden schwer verletzt. Der Täter schoss in aller Ruhe, ohne Vorwarnung und verschwand unerkannt in der Dunkelheit. Der Tathergang erinnert an die Morde des NSU. Die Ermittlungen kommen nicht voran. Dem konkreten Hinweis auf einen Mann, der Nazi-Devotionalien sammelte und in der Gegend Schießübungen machte, wurde nicht nachgegangen. 2015 regte sich dieser Mann in einer Bar in Neukölln darüber auf, dass hier „kein Deutsch mehr gesprochen werde“. Am selben Abend erschoss er den Briten Luke Holland. Den Mord an Burak Bektas konnte man ihm nicht nachweisen.

Manuskript zur SWR2 Tandem-Sendung zum Mord an Burak Bektaş PDF-Dokument

Kundgebung gegen Rassismus & Intoleranz

300 bis 400 Menschen versammelten sich Nachmittags am 28.01.2017 gegen Nazis, Rassismus und Intoleranz in Neukölln Britz.
Drei Bilder von der Kundgebung an der Hufeisensiedlung – in Solidarität mit den Menschen deren Autos angezündet, auf deren Arbeitsplatz ein Brandanschlag verübt wurde, deren Scheiben eingeworfen, deren Hauswände mit Morddrohungen versehen wurden.


Geldsammlung für den Buchhändler Heinz J. Ostermann, dessen Auto, genauso wie das Auto des IG Metall-Funktionär Detlef Fendt, in der Nacht auf den 23.01.2017 angezündet und zerstört wurde. Die Versicherung zahlt nicht und er braucht das Auto um seine Buchhandlung aufrecht zu erhalten.

Seit Herbst 2016 wurden über 20 Naziangriffe auf Buchhändler, Gewerkschaftler*innen, vermeintliche Linke und SPD‘ler*innen in Berlin-Neukölln verübt.
Kein einziger Täter wurde verhaftet, genauso wenig wie der Mörder von Burak Bektaş.

Burak Bektaş hat am 14.02.2017 Geburtstag, er wäre 26 Jahre alt geworden.

5 Jahre Mord an Burak Bektaş: Initiative fordert von Berliner Senat politische Konsequenzen

Neuköllner BVV beschließt Einrichtung eines Gedenkortes /
Aktionswochen zum 5. Todestag geplant / Spendenstand 23.000 Euro

Mit der Mehrheit von SPD, Grünen und Linken wurde gegen die Stimmen von CDU, AfD und FDP in der heutigen Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln die Einrichtung eines Gedenkortes für den vor knapp fünf Jahren in Neukölln ermordeten Burak Bektaş beschlossen. Das Bezirksamt Neukölln soll die Grünfläche Rudower Str. Ecke Laubsängerweg für die Einrichtung des Gedenkortes zur Nutzung anbieten. Die Gestaltung der in der Nähe der Todesstelle gelegenen Grünfläche obliegt der „Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş“. Der geplante Gedenkort soll neben dem persönlichen Gedenken daran erinnern, dass die zentrale Forderung der Angehörigen nach konsequenter Aufklärung bis heute nicht erfüllt wurde – und damit den politischen Druck auf die Ermittlungsbehörden erhöhen.

Vom rot-rot-grünen Berliner Senat erwartet die Initiative im Hinblick auf den 5. Jahrestag des Mordes deutliche Bemühungen um Aufklärung:

„Da von der ermittelnden Staatsanwaltschaft weiterhin keine Ergebnisse zu erwarten sind, ist es nach fünf Jahren an der Zeit, dass die Politik ihre Verantwortung wahrnimmt“, so Ulrike Schmidt von der Initiative.

Im Vorfeld des 5. Jahrestages stellt die Initiative deswegen die Forderungen nach politischen Konsequenzen an den Berliner Senat:

  • Transparenz bezüglich des aktuellen Ermittlungstands durch Justizsenator Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen), unter Einbeziehung sämtlicher vorhandener Akten
  • eine nachvollziehbare Überprüfung und Bewertung der bisher geleisteten Ermittlungen
  • eine konsequente Neuausrichtung der Ermittlungen in Richtung eines möglichen rassistischen Motivs unter Einbeziehung der von der Initiative gestellten offenen Fragen
  • eine Umsetzung der parlamentarischen Empfehlungen zum „NSU-Komplex“ in den Ermittlungen zum Mord an Burak Bektaş

Hier zu erklärt Ulrike Schmidt:

„Es ist ein wichtiger Schritt, dass SPD, Grüne und Linke auf Bezirksebene das Gedenken an Burak Bektaş unterstützen, doch auch auf Landesebene müssen Taten folgen, um eine Aufklärung des Mordes voranzutreiben und die nach wie vor vielen offenen Fragen zu beantworten. Das ist die Politik den Angehörigen schuldig“,

Deshalb wird die Initiative hinsichtlich des bevorstehenden 5. Jahrestages des Mordes an Burak Bektaş ihrer Forderung nach Aufklärung offensiv Nachdruck verleihen, um den Berliner Senat zum Handeln zu bewegen. Zwischen dem 14.2. und dem 5.4.2017 und damit in der Zeit zwischen Buraks Geburtstags- und Todestag plant die Initiative öffentlichkeitswirksame Aktionswochen. Höhepunkt wird dabei die Grundsteinlegung für den Gedenkort am 5. April zum 5. Jahrestag des Mordes.

Die Initiative hat in den letzten Monaten bereits über 23.000 Euro für den geplanten Gedenkort gesammelt – weitere größere Spenden sind bereits angekündigt. Unterstützung erhält die Initiative auch durch verschiedene Berliner Kulturstätten, die diverse Freikarten und Gutscheine für die Spendenkampagne zur Verfügung stellen. Diese werden unter allen Spender*innen verlost, die während der Aktionswochen zwischen 14.2. und 5.4. für den Gedenkort und eine konsequente Aufklärung des Mordes spenden.

Gespendet werden kann online auf unserer Aktionswebseite:

www.gedenkort-fuer-burak.org/spenden

Oder per Überweisung auf folgendes Spendenkonto:

Antirassistische Initiative e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN DE46100205000003039600
BIC BFSWDE33BER
Verwendungszweck: Gedenkort Burak

Alle Spenden sind steuerlich absetzbar.

Für Rückfragen und Interviews stehen wir unter

  • kontakt@gedenkort-fuer-burak.org
  • burak-initiative@web.de

zur Verfügung.

Ulrike Schmidt,

Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş



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