Nach staatlicher Anerkennung als Opfer rechter Gewalt: Bündnis fordert Gedenktafel für Dieter Eich in Berlin-Buch

– Gedenkdemo am 23. Mai

Vor wenigen Tagen wurde der im Jahr 2000 in Berlin-Buch von Neonazis ermordete Dieter Eich von der Polizei offiziell als Opfer
rechtsmotivierter Gewalt anerkannt. Das Bündnis “Niemand ist vergessen” fordert nun mit einer Gedenkdemonstration zu seinem Todestag am 23. Mai eine Gedenktafel für Dieter Eich an dem Haus, in dem er gelebt hatte.
Der 60-Jährige wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 2000 von vier Neonazis, die in seinem Hausaufgang eine Feier veranstalteten, erst verprügelt und später erstochen. Als Motiv gaben die Täter an, sie hätten während ihrer Party beschlossen, “einen Assi klatschen” zu wollen. Dafür suchten sie sich Dieter Eich als Opfer aus, der Sozialhilfeempfänger und alkoholkrank war.

Martin Stein, Sprecher des Bündnisses “Niemand ist vergessen”:

Mit unserer Demonstration wollen wir die Erinnerung an Dieter Eich wachhalten. Wir wollen aber auch daran erinnern, dass er aufgrund der rechten Ideologie seiner Mörder sterben musste. Die Täter missachteten den 60-Jährigen als ‚unwertes Leben‘, weil sie in ihm einen ‚Assi‘ sahen. Dieter Eich ist leider nicht das einzige Opfer dieses Weltbildes, seit dem Mauerfall sind mindestens 26 Morde an Wohnungslosen in Deutschland nachweislich durch Neonazis verübt worden. Wir wollen auch darauf aufmerksam machen, dass Menschen nicht nur von Neonazis, sondern auch von der Mitte der Gesellschaft oft allein anhand ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bewertet werden. Das zeigt sich immer wieder bei der Diskussion um die Höhe von Hartz IV-Sätzen oder in der Debatte um Migration und sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge. Im Extremfall kostet diese Ideologie der Ungleichwertigkeit wie im Falle Dieter Eichs Menschenleben.”

Die Einordnung des Mordes in Berlin-Buch als rechte Tat sieht die Initiative “Niemand ist vergessen” auch als ihren Verdienst. Seit dem Mord an Dieter Eich gab es bis ins Jahr 2003 Gedenkdemos. 2007 griffen lokale AntifaschistInnen das Gedenken wieder auf. Seit 2010 arbeitet das die Initiative “Niemand ist vergessen” zu dem Mord.

Zur staatliche Anerkennung Dieter Eichs als Opfer rechter Gewalt ergänzt Martin Stein:

Dieter Eich wurde 18 Jahre nach seinem Tod als Opfer rechter Gewalt anerkannt. Leider waren dafür erst die Mordserie des NSU und Druck von außen notwendig. In Berlin sind weiterhin andere Morde nicht aufgearbeitet: Wir fordern, dass bis zu einer entsprechenden Auseinandersetzung mit den tödlichen Schüssen auf Burak Bektaş und Luke Holland nicht wieder 18 Jahre vergehen.

“Niemand ist vergessen” ist ein Zusammenschluss antifaschistischer und linker Gruppen, deren diesjähriger Demonstrationsaufruf u.a. von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Berlin, der Freien Arbeiter*innen Union Berlin (FAU), der Berliner Obdachlosenhilfe e.V. und der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş unterstützt wird.

Die Gedenkdemonstration beginnt am 23. Mai um 17.00 Uhr am S-Bahnhof Berlin-Buch und führt in die Walter-Friedrich-Straße 52, in der Dieter Eich gelebt hatte und wo er ermordet wurde. Die OrganistatorInnen erwarten 150 TeilnehmerInnen.

Denkmal für Burak Bektaş erneuert

Nach dem Anschlag auf den Gedenkort für Burak Bektaş nur wenige Tage nach der Enthüllung einer Skulptur zum Gedenken an den unaufgeklärten Mord, wurde am Montag der entstandene Schaden an der Skulptur beseitigt und eine neue Patina aufgetragen. Der Bezirk Neukölln übernahm die Kosten der Reparatur.

Wir begrüßen das unbürokratische Einspringen des Bezirks Neukölln zur Beseitigung der Schäden. Auch in Zukunft erwarten wir vom Bezirk, dass dieser sich verantwortlich zeigt, ein würdevolles Gedenken zu gewährleisten und die Morde an Burak Bektaş und Luke Holland weiter in der Öffentlichkeit zu halten. Sie reihen sich ein in eine seit Jahren andauernde Terrorserie von Rechts, die den Bezirk Neukölln erschüttert.

Um nicht nur den Bestand des Denkmals zu erhalten, sondern darüber hinaus den Gedenkort weiter auszubauen und zu einem deutlichen Zeichen gegen Rassismus in Neukölln zu machen, rufen wir weiterhin zu Spenden auf.

Spendenkonto (Spenden sind steuerlich absetzbar):

Antirassistische Initiative
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN DE46100205000003039600
BIC BFSWDE33BER
Verwendungszweck: Gedenkort Burak

25 Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen – Aufruf zur Demonstration

Samstag 26. Mai 2018, 12 Uhr | Am Südpark (Solingen-Mitte)
Unutturmayacağız! Niemals vergessen!

Am 29.5.1993 wurden fünf Frauen und Mädchen mit türkischer Zuwanderungsgeschichte bei einem rechtsextrem motivierten Brandanschlag ermordet. Dies war kein isolierter Einzelfall, diese Morde fielen nicht vom Himmel. In den Jahren zuvor wurde eine bis dahin seit dem Ende des NS-Terrorsystems nicht mehr gekannte Hetzkampagne gegen Geflüchtete und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte durchgeführt. In den Medien wurde unter der Parole „Das Boot ist voll!“ gegen „Ausländer“ gehetzt und von einer „Asylantenflut“ halluziniert. CDU-Generalsekretär Volker Rühe startete am 12.9.1991 mit einem Rundbrief an alle CDU-Kreisverbände eine eigene bundesweite Kampagne, um eine Änderung des Grundgesetzes zu erzwingen. Handreichungen, wie man den Volkszorn schürt, lieferte Rühe frei Haus: Musterentwürfe für Ratsbeschlüsse und Presseerklärungen zur Entwicklung des „Unmuts“ gegen das Asylrecht. Weitere Politiker*innen und viele Medien heizten die Stimmung mit Hetzartikeln weiter an. So schlagzeilte BILD „Fast jede Minute ein neuer Asylant – Die Flut steigt, wann sinkt das Boot?“ Ab dem 17.9.1991 wurden in Hoyeswerda sieben Tage lang rassistisch motivierte Übergriffe geduldet. Sie richteten sich gegen ein Flüchtlingswohnheim sowie gegen ein Wohnheim vietnamesischer Vertragsarbeiter*innen, das der Mob in Brand setzte. Neonazis feierten nach der Evakuierung der Angegriffenen Hoyerswerda als erste „ausländerfreie Stadt“ Deutschlands. Dies war das Fanal zu einer Anschlagswelle: (mehr…)

Forderungen für die Aufklärung des Mordes an Süleyman Taşköprü

Am 27. Juni 2001 ermordete der Nationalsozialistische Untergrund in Hamburg-Bahrenfeld Süleyman Taşköprü.

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) verübte 1999 bis 2010, soweit bisher bekannt, zehn Morde und drei Sprengstoffanschläge. Im Frühjahr 2018 geht nach 5 Jahren der Prozess gegen fünf Täter_innen des NSU vor dem Oberlandesgericht München zu Ende. Zum Ende des Prozesses sagte Ayşe Yozgat, Mutter eines durch den NSU Ermordeten, dem Münchner Gericht: „Sie haben wie Bienen gearbeitet, aber keinen Honig produziert. Es gibt kein Ergebnis“. Der Prozess wird voraussichtlich zur Verurteilung der Angeklagten führen, jedoch keine umfassende Aufklärung der komplexen Hintergründe und Verflechtungen der NSU-Mordtaten mit bundesweiten Naziszenen und staatlichen Geheimdiensten erbringen.

Nach Bekanntwerden des NSU im November 2011 sprach der Hamburger Innensenator Michael Neumann im Mai 2012 von der Notwendigkeit einer „rückhaltlosen Aufklärung“ des Mordes an Süleyman Taşköprü. Doch mehr als für andere Bundesländer gilt 2018 für Hamburg: Bisher blieb der NSU-Komplex – die Beteiligung des Verfassungsschutzes, die Mittäterschaft lokaler Neonazis, die Leugnung eines rassistischen Hintergrundes des Mordes durch Polizei und Staatsanwaltschaft und ihre rassistische Ermittlungspraxis – im Zusammenhang mit dem Mord an Süleyman Taşköprü unaufgeklärt. Die wichtigsten Fragen sind unbeantwortet: (mehr…)

Film von der Demonstration am 8. April 2018 zum 6. Jahrestag des Mordes ab Burak Bektaş.

Über 700 Menschen kamen zur Demonstration „Burak unvergessen – Aufklären und Gedenken / Burak´ı unutma – Hatırla ve Aydinlat!“. Sie liefen von der U-Bahnstation Britz-Süd zum Gedenkort Burak Bektaş, gegenüber dem Krankenhaus Neukölln. Dort wurde die Skulptur „Algorithmus für Burak und ähnliche Fälle“ eingeweiht.

Redebeitrag am 21.4.2018

bei der Demonstration „Gemeinsam gegen rechten Terror in Neukölln“

Vor zwei Wochen haben wir mit einer beeindruckenden Aktion zusammen mit über 900 Teilnehmer*innen, mit euch, die Skulptur für den Gedenkort Burak Bektaş eingeweiht.
Nur wenige Tage danach ist die Skulptur böswillig beschädigt worden.
Mit einer unbekannten Chemikalie wurde die farbige Schutzschicht der Bronzeskulptur in Teilen zerstört.

Dies war ein gezielter Akt. Wir verurteilen diesen Angriff auf das Gedenken an Burak Bektaş aufs Schärfste!

Er reiht sich in die seit Jahren andauernde Terrorserie von Rechts in Neukölln ein! Schmierereien, zerstörte Schaufenster, Brandanschläge auf Autos und Wohnhäuser… Wissentlich den Verlust von Menschenleben einkalkulierend.

Auch der Mord an Burak Bektaş am 5.4.2012 steht in diesem Kontext. Und auch der Mord an Luke Holland am 20.9.2014 steht in diesem Kontext.

Die erste Reaktion der Mutter von Burak, Melek Bektaş, und Freunden war: Wir wollen, dass der Mord an Burak aufgeklärt wird. Wir wollen endlich Gewissheit. Solange es diese nicht gibt, können wir keine Ruhe finden.“ Die Beschädigung der Skulptur trägt dazu bei, dass es keine Ruhe gibt. (mehr…)

PM 20.04.2018: Denkmal für Burak Bektaş wenige Tage nach Einweihung beschädigt

Demonstration gegen rechten Terror in Neukölln am Samstag

Nur wenige Tage nach der mit über 900 Teilnehmer*innen sehr gut besuchten feierlichen Enthüllung einer Skulptur auf dem Gedenkort für Burak Bektaş wurde dieses – wie die Initiative nun im Nachhinein veröffentlicht – bereits beschädigt. Mit einer unbekannten Chemikalie wurde die Patina (farbige Schutzschicht) der Bronzeskulptur in Teilen zerstört.

Wir verurteilen diesen Angriff auf das Gedenken an Burak Bektaş auf das Schärfste! Er reiht sich in eine seit Jahren andauernde Terrorserie von Rechts ein. Schmierereien, zerstörte Schaufensterscheiben, Brandanschläge auf Autos und Wohnhäuser sind trauriger Alltag geworden in Neukölln. Auch die Morde an Luke Holland und Burak Bektaş müssen in diesem Kontext betrachtet werden“,
so Ulrike Schmidt von der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş.

Melek Bektaş, die Mutter von Burak, äußerte Donnerstag abend als Reaktion auf die Beschädigung der Skulptur: „Wir wollen, dass der Mord an meinem Sohn aufgeklärt wird und wir endlich Gewissheit haben. Mit der Beschädigung der Skulptur wird deutlich: Wir finden keine Ruhe.“

Der Staatsschutz des LKA Berlin hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nach Zeug_innen. Die Initiative hat begonnen durch Arbeiten an der Skulptur den Schaden zu minimieren, eine neue Patina wird voraussichtlich nächste Woche aufgetragen. Um nicht nur den Bestand des Denkmals zu erhalten, sondern darüber hinaus den Gedenkort weiter auszubauen und zu einem deutlichen Zeichen gegen Rassismus in Neukölln zu machen, wird zu Spenden aufgerufen. (mehr…)

Demonstration gegen rechten Terror in Neukölln

Schluss mit dem rechten Terror – Solidarität mit den Betroffenen

15:00 Uhr: Auftaktkundgebung Bat-Yam-Platz (Nähe U7 Lipschitzallee)
16:30 Uhr: Abschlusskundgebung Gedenkort Burak Bektaş (Nähe U7 Britz Süd)

Den Aufruf beim Bündnis Neukölln lesen – https://www.buendnis-neukoelln.de/

Umbruch Bildarchiv: Ein Denkmal für Burak Bektaş

weitere Fotos unter umbruch-bildarchiv.de

700 Menschen beteiligten sich am 8. April 2018 an einer Demonstration für Burak Bektaş anläßlich seines 6. Todestages. Mit der feierlichen Enthüllung einer Skulptur machen die Familie und die Initiative die Stelle gegenüber dem Neuköllner Krankenhaus, an der Burak ermordet wurde, zu einem dauerhaften Gedenkort.

Am 5. April 2012 wurde Burak von einem unbekannten Täter auf offener Straße in Neukölln von einem Unbekannten erschossen und zwei seiner Freunde, Alex und Jamal, lebensgefährlich verletzt. Sie konnten nur durch Notoperationen gerettet werden. Der Täter ist nach wie vor von der Polizei nicht ermittelt worden. Es gibt Hinweise, dass der verurteilte Mörder Rolf Zielezinski, der Luke Holland am 20. September 2015 umbrachte, auch der Mörder von Burak Bektaş sein könnte.
Am Sonntag,den 8. April rief die Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş zur Gedenkdemo ab U-Bahnhof Britz-Süd auf. Über 700 Menschen schlossen sich der Demonstration an. Sie hörten Redebeiträge und Grußbotschaften von Initiativen, die auch an anderen Orten für die Aufklärung und gegen das Vergessen weiterer Todesopfer rassistischer Gewalt kämpfen – wie zum Beispiel in Dessau, Dortmund, Hamburg, Kassel und Mölln. Gemeinsam mit den Familienangehörigen und der Initiative enthüllten sie am Gedenkort die Skulptur „Algorithmus für Burak und ähnliche Fälle“.

Redebeitrag des Freundeskreis im Gedenken an die rassistischen Brandanschläge in Mölln 1992

- gehalten bei der Demonstration „Burak unvergessen – Aufklären und Erinnern“ am 8. April 2018 in Berlin Neukölln-Süd:

Liebe Familie und Liebe Freundinnen und Freunde von Burak, liebe Initiative
für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş

ich danke Ihnen, dass wir eingeladen wurden, hier zu sprechen.
Ich bin hier für den Freundeskreis im Gedenken an den rassistischen Brandanschlag in Mölln 1992.
Ibrahim Arslan konnte leider nicht kommen. Er bedauert das sehr, aber ich soll von ihm und von seiner ganzen Familie die liebsten Grüße und die besten Gedanken ausrichten. Und ich möchte mich gerne anschließen. In der Freundschaft mit der Familie Arslan habe ich erfahren, wie schwer diese Jahrestage immer wieder sind und ich wünsche euch deshalb viel Kraft. Für alle, die den
Freundeskreis nicht kennen:
Das Haus der Familie Arslan wurde am 23.11.1992 von Nazis mit Molotow-Cocktails angezündet. Bei dem Anschlag wurden die 10jährige Yeliz Arslan, die 14jährige Ayşe Yilmaz und die 51jährige Bahide Arslan ermordet. Weitere Familienmitglieder wurden teilweise sehr schwer verletzt.
Die Überlebenden kämpfen seitdem darum, dass ihre Liebsten so erinnert werden, wie die Familie es wünscht und so würdevoll, wie es Yeliz, Ayşe und Bahide zusteht und wie es jedem Menschen zustehen sollte. Und im Freundeskreis sind wir dabei an ihrer Seite. (mehr…)

Redebeitrag der Autonomen Antifa Neukölln

- gehalten bei der Demonstration „Burak unvergessen – Aufklären und Erinnern“ am 8. April 2018 in Berlin Neukölln-Süd:

Liebe Mitdemonstrierende, liebe Passant_innen, liebe Anwohner_innen,

Nach den erneuten neonazistischen Brandanschlägen im Februar diesen Jahres bleiben Neukölln und seine Nazis in aller Munde. Die aktuelle Serie von Bedrohungen und Angriffen gegen Privatwohnungen, Cafés und Buchläden – die seit Mai 2016 anhält – sorgt zu Recht für Aufsehen.

Ein Verdächtiger der jüngsten Anschläge ist Sebastian Thom. Der bekannte Ex-NPD-Kader wurde 2016 unmittelbar vor den ersten Anschlägen aus dem Gefängnis entlassen und ist eng verbunden mit dem Neonazi Julian Beyer, einem der führenden Köpfe der „Freien Kräfte Berlin Neukölln“.

Obwohl lokale antifaschistische Strukturen von Anfang an sowohl auf Thom als auch auf Beyer als mögliche Täter hingewiesen hatten, folgten erst jetzt Hausdurchsuchungen. Dass die Polizei erst nach anderthalb Jahren tätig wurde, zeigt wieder einmal, dass auf staatliche und polizeiliche Ermittlungen kein Verlass ist, besonders nicht, wenn es darum geht, gegen Neonazis und rassistische Gewalt vorzugehen. Wenn die Leiterin der Rechtsextremismus-Abteilung des LKA wie jüngst behauptet, die Berliner Polizei hätte ihre Lehren aus dem NSU gezogen, dann ist das blanker Hohn. Denn der Mord an Burak ist bis heute unaufgeklärt. Er wurde bisher ebenso wenig als rechter Mord eingestuft, wie der Mord an Luke Holland.
Offensichtlich Zusammenhänge zwischen den beiden Fällen werden systematisch ausgeblendet. (mehr…)

Die Künstlerin Zeynep Delibalta und die Skulptur des Gedenkort – Einweihung 8.4.2018

Gehalten am 8. April 2018 bei der Demonstration „Burak unvergessen – Aufklären und Gedenken“ und der anschließenden Einweihung der Skulptur „Algorithmus für Burak und ähnliche Fälle“

Redebeitrag der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş:

Liebe Freundinnen und Freunde,

Der unaufgeklärte Mord an Burak Bektaş, zwei seiner Freunde überleben schwer verletzt, – die Frage nach dem Motiv Rassismus – Ein Täter der noch frei rumläuft, … Das ließ auch die Künstlerin Zeynep Delibalta nicht los.
Daher nahm sie den Auftrag der Burak-Initiative und den Wunsch der Familie Bektaş dankend an, eine Skulptur für den Gedenkort für Burak Bektaş zu gestalten..

Zeynep Delibalta hat das Modell der Skulptur im September 2017 fertiggestellt. Das war die letzte künstlerische Arbeit, die sie in ihre Hände nahm. Unsere Zusammenarbeit mit Zeynep dauerte über 5 Jahre. Ende Juni hatte sie uns über ihre gesundheitliche Verfassung informiert. Am 19. Dezember verstarb sie im Hospiz. Drei Tage später ging Zeynep auf ihre letzte Reise nach Zonguldak zum Kreis ihrer Familie.

Zeynep Delibalta wollte Leid und Schmerz, die eine Mutter in so einem Fall empfinden würde und die sie nur annähernd erahnen konnte, zum Ausdruck bringen. Sie wollte die Wut und die Ohnmacht, die Sinnlosigkeit einer solchen Tat und die quälende Ungewissheit in der Skulptur wirken lassen. Es ist ein Zeichen, das über den Mord an Burak hinaus an rassistische Morde und unaufgeklärte Fälle erinnern soll. Ihre Gefühle spiegeln sich nun in dieser Skulptur. Sie nannte die zwei Meter hohe, spiralförmige, unübersehbare Skulptur „Algorithmus für Burak und ähnliche Fälle!“ (mehr…)

Redebeitrag: Einige Worte zum Anlass unserer heutigen Demonstration und Gedenkveranstaltung:

Gehalten am 8. April 2018 bei der Demonstration „Burak unvergessen – Aufklären und Gedenken“ und der anschließenden Einweihung der Skulptur „Algorithmus für Burak und ähnliche Fälle“

Redebeitrag der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş:

Vor sechs Jahren, am 5. Aril 2012, stand Burak Bektaş gemeinsam mit Freunden an der Bushaltestelle gegenüber des Krankenhaus Neukölln. Sie hatten sich gerade zufällig getroffen und unterhielten sich – als plötzlich ein unbekannter älterer Mann auf die Gruppe zu kam, seine Waffe zog und mehrfach auf die Jugendlichen mit vermeintlichem Migrationshintergrund schoss. Er verließ den Tatort ruhig und ohne ein Wort gesagt zu haben. Es hatte keine Beziehung zwischen den Jugendlichen und dem Mörder gegeben. Ein halbes Jahr nach dem Bekanntwerden des NSU fühlten sich viele sofort an diese Mordserie erinnert.

Burak Bektaş war damals 22 Jahre alt und wurde bei dem Angriff getötet, zwei seiner Freunde wurden lebensgefährlich verletzt.

Wir alle sind heute hier, um zu zeigen, dass die Angehörigen, Freunde und Freundinnen von Burak Bektaş mit ihrer Trauer, ihrem Schmerz, ihrer Angst und ihrem Kampf um ein angemessenes Gedenken und Aufklärung dieses Mordes nicht allein sind!
Wir werden dazu im Anschluss an diese Demonstration am Gedenkort für Burak gemeinsam die Skulptur einweihen. Sie wurde von der Künstlerin Zeynep Delibalta gestaltet und trägt den Titel „Algorithmus für Burak und ähnliche Fälle“. Buraks Mutter, Melek Bektaş, hatte sich einen unübersehbaren Gedenkort gewünscht, damit Burak auch im öffentlichen Raum angemessen gedacht werden kann und die Tat genauso wie die fehlende Aufklärung im öffentlichen Bewusstsein verankert wird. Der Gedenkort steht für all den Schmerz, die Trauer und die Wut, welche Buraks Angehörige seit dem Mord begleiten. (mehr…)

Bugünkü eylemimiz ve anıt törenimiz hakkında birkaç söz söylemek istiyoruz:

8 Nisan 2018’de yapılan “Burak’ı Unutma- Hatırla ve Aydınlat” eyleminde ve “Burak ve benzeri vakalar için algoritma” heykelinin açılışında yapılmıştır

Burak Bektaş Cinayetinin Aydınlatılması İnisiyatifinin Konuşması:

Altı yıl önce, 5 Nisan 2012’de, arkadaşlarıyla birlikte Neukölln hastanesinin karşısındaki otobüs durağında duran Burak Bektaş öldürüldü. Tanımadıkları, yaşlıca bir adam gruba yaklaşıp silahını çekip, göçmen çocuklara birçok ateş ettiğinde, gençler tesadüfen yeni tanışmışlardı. Şahıs, sakin bir şekilde, tek söz etmeden olay yerini terk etti. Gençler ve cinayet arasında herhangi bir ilişki bulunamadı. NSU cinayetlerinden altı ay sonra vuku bulan bu cinayet, ünlü cinayetler serisini hatırlattı.

Burak Bektaş, o zamanlar 22 yaşındaydı ve bu saldırıda hayatını kaybetti. Diğer iki arkadaşıysa hayati tehlike taşıyan yaralar almışlardı.

Bugün, hepimiz, Burak Bektaş’ın ailesinin, arkadaşlarının, yasları, acıları, korkuları ve bu cinayetin unutulmaması ve aydınlatması için sürdürdükleri savaşlarında yalnız olmadıklarını göstermek için buradayız! Eylemimizin sonunda, Burak’ın anıt yerinde onun için yaptırdığımız anıtın açılışını yapacağız. Heykel, sanatçı Zeynep Delibalta tarafından tasarlandı ve adı „Burak ve benzeri vakaların algoritması“. Burak’ın annesi, Melek Bektaş, Burak’ın kamuya açık alanda hatırlanması ve cinayetin ve mevcut olmayan aydınlatmanın toplumun bilincinde yer edinmesi için gözden kaçırılmayacak bir anıt istemişti. Bu anıt, Burak’ın yakınlarının cinayetten bu yana taşıdığı yası, kızgınlığı, acıyı temsil ediyor. (mehr…)

Grußbotschaft der Initiative in Gedenken an Yaya Jabbi, Hamburg

- gehalten bei der Demonstration „Burak unvergessen – Aufklären und Erinnern“ am 8. April 2018 in Berlin Neukölln-Süd:

Liebe Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş, liebe Angehörige von Burak und Teilnehmende der Kundgebung.

Wir möchten Euch an dieser Stelle viel Kraft und Power wünschen, Euren Kampf für ein Gedenken an den Menschen den Ihr verloren habt und ein Erinnern an die Umstände denen er zum Opfer gefallen ist weiterhin laut in die Öffentlichkeit zu tragen.

Es darf den Tätern nicht gelingen uns zum Schweigen zu bringen wie sie schon ihre Opfer zum Schweigen gebracht haben, und es darf der Öffentlichkeit nicht gelingen sich einem Erinnern zu entziehen.

Gedenkorte, Mahnorte, so wie der, den Ihr heute einweiht, sind wichtig.

Für uns, um uns zu erinnern, aber auch um als Stachel im ignoranten Schweigen der Mehrheit zu wirken, die nicht zur Kenntnis nehmen will, das Rassismus tötet, die das Privileg davon ja nicht betroffen zu sein voll ausspielt, und uns dazu zwingt laut und sichtbar zu werden, wo wir vielleicht einfach in Stille gedenken wollen würden.

Die Initiative in Gedenkan an Laye Condé, der am 7. Januar 2005, in Bremen mit Brechmitteln zu Tode gefoltert wurde, haben es auf den Punkt gebracht wenn sie die Frage stellen: (mehr…)



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