#BurakUnvergessen – Gedenken – 8. Todestag von Burak Bektaş am 5. April 2020

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir können unser Gedenken an Burak am 5. April 2020 nicht so durchführen, wie wir es gern tun würden. Unsere Demonstration haben wir abgesagt. Wir haben aber den Umständen entsprechend (Corona-Krise) umgeplant:

ONLINE werden wir Buraks 8. Todestag mit unserem Gedenken und Grussbotschaften als Audio- und Videobotschaften oder Bildern unter #burakunvergessen virtuell gestalten.

Auch Ihr könnt dies tun. Dafür könnt Ihr auch unsere Schilder mit Fragen und Forderungen verwenden. Diese findet ihr als PDF-Dateien auf unseren Blog.
Druckt sie aus, verbreitet sie, macht Fotos und teilt diese oder die Beiträge von anderen Menschen auf social media – #burakunvergessen – oder schickt sie uns zu per Mail (burak-initiative[ät]web.de).

OFFLINE laden wir herzlich ein an Buraks 8. Todestag individuell zu Gedenken und am Gedenkort Burak Bektaş (Rudower Strasse/Möwenweg in Berlin) nachmittags Blumen niederzulegen. Ihr könnt die Schilder gern ausdrucken und zum Gedenkort bringen oder in der Stadt verbreiten…

Der Todestag von Burak Bektaş ist nicht verschiebbar!

- vielen Dank für die Grußworte, die wir schon veröffentlichen konnten.

#04.04.2020 – Initiative 19.Februar – Hanau Grussworte

Wir erhalten die Erinnerung an Euch aufrecht

Wir trauern um

Ferhat Unvar
Said Nesar Hashemi
Vili Viorel Păun
Mercedes Kierpacz
Sedat Gürbüz
Kaloyan Velkov
Fatih Saraçoğlu
Gökhan Gültekin
Hamza Kurtović

Wir trauern auch noch immer um

Halit Yozgat, der am 06. April 2006
Mehmet Kubaşık, der am 04. April 2006
Burak Bektaş, der am 05. April 2012
Jorge Gomondai, der am 06. April 1991,
Luke Holland, der am 20. September 2015

aus rassistischen Motiven ermordet wurde.

Hamza Kurtović wäre heute 23 Jahre alt geworden

Fatih Saraçoğlu wäre am 01. April 35 Jahre alt geworden

Gökhan Gültekin wäre am 31. März 38 Jahre alt geworden

Luke Holland wäre heute 36 Jahre alt geworden

#SayTheirNames

facebook-19FebruarHanau / twitter.com/19FebruarHanau / 19feb-hanau.org

#BurakUnvergessen – Grussbotschaft Ibrahim Arslan

„Das Erinnern erkämpfen – An das Geschehene, an das Vergessene und Verschwiegene, an die Folgen, an das davor und danach.“

Rassistische Strukturen erkennen, Rassismus bennenen und bekämpfen gehört zur Notwendigkeit in dieser Gesellschaft.

Grad in diesen Zeiten der Krise erwarten Millionen Migranten von der Justiz, Politik, Medien sowie der gesamt Gesellschaft in Deutschland, die gleiche Solidarität gegen Rassismus sowie gegen ein Virus.

Die Rassismus Pandemie nimmt genauso leben von uns wie eine Virus Pandemie. Es ist gefährlich, heimtückisch, hinterhältig und feige.

In diesen schweren Tagen der Erinnerung und leid der Familie Bektaş, stehen wir nach wie vor hinter der Familie. Wir haben unseren Bruder, unseren Sohn und unser Kind verloren Burak Bektaş. Wir möchten auch heute ein Teil eurer Erinnerung sein. Burak starb nicht allein, es sind schon ganz viele zu Opfern von Rassismus gemacht, diese Menschen wurden nicht nur von einzelnen Nazis ermordet, sondern auch von strukturellen Rassismus. Es sind die Politiker, die Medien, die Justiz und diese gesamt Gesellschaft die diese Menschen im gewissen haben, denn sie lassen nach wie vor Rassismus geschehen.

Wir werden bei den Angehörigen sein sie unterstützen und ihren Forderungen gerecht werden denn:

Opfer und Überlebende sind keine Statisten, Sie sind die Hauptzeugen des Geschehenen!

Gedenken Mölln 1992

#BurakUnvergessen – Grussworte von Candan Yılmaz Özer

Grussworte von Candan Yılmaz Özer 5.4.2020, die Witwe des 2017 an den Spätfolgen des Nagelbombenanschlags des NSU in der Kölner Keupstraße verstorbenen Atilla Özer:

Kein Virus der Welt kann den Verlust eines Menschen..den Schmerz einer Mutter überbieten. Auch wenn wir nicht zusammen dieses Jahr gedenken können…Wir werden nicht vergessen oder es zulassen das es vergessen wird…Wir sind ein Teil der deutschen Geschichte … In Gedanken sind mein Sohn Mustafa Kemal und ich Candan Yılmaz Özer bei euch ❤

#BurakUnvergessen – Remziye Satır Grussbotschaft aus Duisburg

Video-Grußbotschaft von Remziye Satır auf Türkisch

zum Ansehen: archive.org (mp4)

hier die Übersetzung ins Deutsche:

Merhaba liebe Freunde,

ich bin Remziye Satır. Ich bin die älteste Tochter der Familie, die am 26. August 1984 in Duisburg durch einen rassistischen Brandanschlag getötet wurde. Bei diesem Brandanschlag habe ich meine Mutter Ferdane Satır, meinen Bruder Ümit Satır, meine Schwestern Songül Satır, Çiğdem Satır, Zeliha Satır, ihren Mann Rasim Turhan und deren Baby Tarık Turhan für immer verloren. Deren einzige Schuld war es „Ausländer“ zu sein. Wie auch Mehmet Kubaşık, das achte Opfer des NSU, der am 4. April 2006 in Dortmund in seinem Kiosk von NSU-Mördern auf brutaler Weise hingerichtet wurde, und wie der erst 21 Jahre alte Halit Yozgat, der neunte NSU-Opfer, der nur zwei Tage infolge, am 6. April 2006, wieder von NSU-Mördern, in seinem eigenen Internet Café durch Kopfschüsse auf grausamer Art ermordet wurde.

Am 5. April 2012 wurde der 22jährige Burak Bektaş, der mit einer Gruppe von Freunden unterwegs war, Ziel eines Täters bzw. Tätern. Der Täter/Die Täter näherten sich der Gruppe und schossen erbarmungslos. Burak Bektaş überlebte diesen Angriff nicht, bei dem zwei Personen schwer verletzt wurden. Burak Bektaş war gerade mal 22 Jahre alt. Der/die Täter konnten immer noch nicht gefasst werden. Sie sind unter uns. Wer wird wohl das nächste Opfer? Die Familie von Burak behauptet, dass nicht genügend ermittelt wurde, schon gar nicht in Richtung Rassismus. Ich begrüße diese Behauptung vom Herzen. Dieses Beispiel haben wir auch bei den Morden in Hanau gesehen. In Hanau hieß es, dass es ein psychisch Kranker war, der alleine handelte, dass Rassismus keine Rolle spielte. Kann ein psychisch Kranker kein Nazi sein? Müssen diese Mörder ein Hakenkreuz am Hals tragen, damit wir sie als Nazis identifizieren? Wer von uns wird wohl als nächstes Opfer von Rassisten?

Ja, meine Freunde, euer Schmerz ist auch unser Schmerz. Vom ganzen Herzen sind wir bei euch. Ihr seid nicht allein. Damit unser Schmerz lindern kann, damit unsere Kinder in Frieden zusammenleben können, für eine bessere Zukunft, müssen wir zusammenhalten. Mit Liebe und Respekt.

Ich bin Remziye Satır. Ich bin gerade in Mersin/Türkei. Wegen dem Corona-Virus kann ich leider nicht in Deutschland sein. Ich grüße euch alle vom Herzen. Ihr seid nicht alleine, mein Herz ist bei euch.“

Initiative DU 26. August 1984

#BurakUnvergessen – Grußbotschaft RA Theunes

Grußwort von RA Lukas Theune – Anwalt der Familie mit Statement zur Ermittlungsarbeit der Polizei

zum Anhören: archive.org (mp3)

#BurakUnvergessen – Grußwort der ANA

Grußwort der Autonomen Neuköllner Antifa zum Anhören: archive.org (mp3)

#BurakUnvergessen – Redebeitrag der Burak-Ini zum 8. Todestag

zum Anhören: archive.org (mp3)

Redebeitrag der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş als PDF

Heute wäre Luke Holland 36 Jahre alt geworden — Our Hearts are with you today

Our Hearts are with you today – it´s the 36th birthday of Luke Holland today.

Luke was brutally murdered on Septembre 20th, 2015 by Nazi Rolf Zielezinski in Berlin Neukölln. He was 31 years at the time, a young British lawyer and he lived in Berlin.

In the court case the judge did not want to recognize a right wing motive of the murderer, which is why the perpetrator in July 2016 was convicted for the murder of Luke Holland to only 11 1/2 years of imprisonment. In contrast to this, as the court itself noted, the apartment of the perpetrator was full of Nazi devotionalia, Hitler busts, a Landser poster, various manipulated and ready to shoot weapons, ammunition and a kilo of black powder. The murderer had spoken contemptuously about „the foreigners“ in the neighbourhood on several occasions as well. The court was also aware that Zielezinski had complained, that in the bar Del Rex, in front of which he later committed the murder, only English had been spoken.

Rita Holland, the mother of Luke Holland, died last year, on October 21st, 2019, because she could no longer bear the pain of having lost her son. The death of Rita Holland has also to be attributed to the Nazi Rolf Zielezinski.
Rita and Phil said: „Luke had to die, because he spoke English.“

The parents of Luke Holland, Rita and Phil, said repeatedly during the trial of their son’s murderer in Berlin, that their son would still be alive, had the murder of Burak Bektaş been seriously investigated. Burak Bektaş was shot dead on April 5th, 2012 in Berlin- Neukölln, two of his friends survived seriously injured. Who did the killing is still undetermined.

Phil Holland wanted to be in Berlin with us today to remember Luke and celebrate his birthday together with us. The Corona crises made this impossible. Until today Phil Holland demands clarification in the case of the murder of Burak Bektaş!

Greetings to Manchester. Our hearts are with you.

Mehmet Kubaşık & Halit Yozgat

Mehmet Kubaşık wurde am 4. April 2006 vom NSU in Dortmund ermordet. Seit dem 8. November 2019 heißt der Platz Münsterstraße/Mallinckrodtstraße/Kleine Burgholzstraße in der Dortmund Nordstadt nun Mehmet-Kubaşık-Platz. Die Initiative „Tag der Solidarität“ Dortmund, hat das Gedenken an Mehmet Kubaşık wegen Covid-19 verschoben.

Halit Yozgat wurde 2 Tage später am 6. April 2006 in Kassel ermordet. Die Initiative 6. April Kassel ruft zur Digitale Versammlung zum Gedenken an Halit Yozgat auf und zum individuellen Gedenken vor Ort.

#BurakUnvergessen – Gedenken – 8. Todestag von Burak Bektaş am 5. April 2020

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir können unser Gedenken an Burak am 5. April 2020 nicht so durchführen, wie wir es gern tun würden. Unsere Demonstration haben wir abgesagt. Wir haben aber den Umständen entsprechend (Corona-Krise) umgeplant:

ONLINE werden wir Buraks 8. Todestag mit unserem Gedenken und Grussbotschaften als Audio- und Videobotschaften oder Bildern unter #burakunvergessen virtuell gestalten.

Auch Ihr könnt dies tun. Dafür könnt Ihr auch unsere Schilder mit Fragen und Forderungen verwenden. Diese findet ihr als PDF-Dateien auf unseren Blog.
Druckt sie aus, verbreitet sie, macht Fotos und teilt diese oder die Beiträge von anderen Menschen auf social media – #burakunvergessen – oder schickt sie uns zu per Mail (burak-initiative[ät]web.de).

OFFLINE laden wir herzlich ein an Buraks 8. Todestag individuell zu Gedenken und am Gedenkort Burak Bektaş (Rudower Strasse/Möwenweg in Berlin) nachmittags Blumen niederzulegen. Ihr könnt die Schilder gern ausdrucken und zum Gedenkort bringen oder in der Stadt verbreiten…

Der Todestag von Burak Bektaş ist nicht verschiebbar!

#LeaveNoOneBehind – Aktion am 5. April verboten

Parallel zu unserem individuellen Gedenken an Buraks 8. Todestag wollten Seebrücke und weitere Gruppen vor dem Brandenburger Tor von 12 bis 16 Uhr am 5. April Spuren hinterlassen.

Gemeinsamer bundesweiter Aktionstag am 5. April zur Evakuierung der griechischen Lager. – nannten sie es.

Nun müssen sie auf ihrem Facebook-Account bekannt geben das diese Aktion verboten wurde:
„Die Berliner Polizei hat die Veranstaltung vorerst untersagt. Gegen das Verbot der Aktion ziehen wir gegenwärtig vor Gericht. Eine endgültige Entscheidung werden wir erst morgen Nachmittag haben. Sollte das Verbot
bestehen bleiben, findet die Aktion NICHT am Brandenburger Tor statt. Wir überlegen uns aber bereits einen Plan B.“

Stellungnahme der Initiative 19. Februar (Hanau)

(übernommen von facebook-19FebruarHanau / twitter.com/19FebruarHanau / 19feb-hanau.org)

Laut mehreren Medienberichten arbeitet das BKA derzeit an einem Abschlussbericht zu den Ermittlungen in Hanau und kommt darin zu dem vorläufigen Fazit, dass der Täter „kein Anhänger einer rechtsextremistischen Ideologie“ gewesen sei und keine „typische rechtsextreme Radikalisierung“ durchlaufen habe. Dazu erklärt die „Initiative 19. Februar Hanau“, die seit den Morden gemeinsam mit vielen anderen die Unterstützung für Angehörige der Opfer und Betroffene von Rassismus in Hanau organisiert:

Deutschland hat seit Jahrzehnten ein Rassismus-Problem, ein Problem mit rechtem Terror. Dazu gehört auch, Nazis nicht zu erkennen und nicht als solche zu benennen. Es reicht ganz offensichtlich nicht einmal, 9 Menschen aus rassistischen Motiven zu töten, um vom BKA als „Rechtsextremist“ eingestuft zu werden. Das ist unglaublich – und war trotzdem absehbar.

Als Gegenargument gegen eine rechtsextreme Gesinnung zieht das BKA scheinbar die Neigung des Täters zu Verschwörungstheorien, seine psychische Auffälligkeit und die fehlende Anbindung an das klassische rechtsextreme Milieu heran. Aber die rechtsextreme Gesinnung des Täters von Hanau ist unzweifelhaft, sie ist in seiner Tat und seinem „Manifest“ dokumentiert. Das BKA scheint, wie auch andere Behörden, schlicht falsche Kategorien anzuwenden. Verschwörungstheorien, irrationaler Hass, Frauenfeindlichkeit und auch „psychische Auffäligkeit“ kennzeichnen das Milieu, in dem die AfD und andere neue Faschisten ihre Massenbasis haben. Es ist die gleiche Logik, die beim NSU dazu führte, von einem Trio zu sprechen.

Es ist kein Wunder, dass solche Taten nicht verhindert werden, wenn die zuständigen Behörden selbst jetzt nicht verstehen wollen, dass sie ihre Kriterien überprüfen und der Gegenwart anpassen müssen. Die organisierten Glatzköpfe mit Springerstiefeln sind die Faschisten von gestern. Man muss heute keinen Kontakt mehr zu ihnen haben, um rechtsextrem sein zu können. Und es ist kein Widerspruch, psychisch krank und trotzdem ein Nazi zu sein.

Nach den vielen warmen Worten von Politikern und dem großen Medienrummel nach dem Anschlag ist Hanau bei vielen schnell in Vergessenheit geraten. Jetzt, wo die Kameras weg sind, soll scheinbar wieder der ganz normale Umgang von Polizei, Ermittlungsbehörden und Verfassungsschutz stattfinden: Vertuschen und Verharmlosen. Wir bekommen vom BKA die ersten Häppchen für die Einzeltäter-These vorgelegt. Jetzt müssen wir alle wachsam sein und die offenkundig rassistische, rechtsextreme Tat weiter als das benennen, was sie war: Rechter Terror, der offensichtlich – wie auch beim NSU – zu den Akten gelegt werden soll.
Das werden wir nicht zulassen.

Filmtipp: Die Legende vom Einzeltäter – Rechter Terror in Europa

Zum Film: bei ARTE (bis zum 1. April 2020) oder archive

Ob NSU-Terror, der Mord an Walter Lübcke oder der Anschlag in Hanau: Die Taten richten sich gegen Menschen, die von Rechtsextremen zu Feinden erklärt werden: Migranten, Juden, Muslime, Linke, Journalisten und Politiker. Deutlich wird, dass das Narrativ vom Einzeltäter auserzählt ist: Viele Mörder handeln zwar allein, aber in ihrer Weltanschauung sind sie das längst nicht mehr.

Getötet hat der Mörder den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, getroffen hat er ins Herz der Gesellschaft. Die Tat hat Deutschland erschüttert: Zum ersten Mal nach dem Ende des Nazi-Regimes wurde ein Politiker Opfer rechter Gewalt. Schon jetzt zeigen Recherchen – der
Hauptverdächtige Stephan E. und sein mutmaßlicher Komplize Markus H. waren fest mit der rechtsextremen Szene verbunden. Der Prozess beginnt demnächst.
Dieser Mord ist nur einer in der Kette brutaler Gewalttaten. Sie richten sich gegen Menschen, die von Rechtsextremen zu Feinden erklärt werden:
Migranten, Juden, Muslime, Linke, Journalisten und mit Lübcke auch ein bürgerlich konservativer Politiker. Die Dokumentation folgt den Spuren rechtsextremer Angriffe im Herzen Europas.
Im französischen Bayonne greift ein Mann, dessen rassistische Gesinnung bekannt war, im Herbst 2019 eine Moschee an. Vor dem Gebäude verletzt er zwei Muslime durch Schüsse schwer. Vier Jahre zuvor kandidierte der Angreifer noch für den Front National. Auch der Mord an der britischen Labour-Abgeordneten und Brexit-Gegnerin Jo Cox geht auf das Konto eines rechtsextremen Einzeltäters. Cox‘ Schwester berichtet von einer Atmosphäre der Spaltung und Hetze, in der sich der Täter damals bestätigt fühlen konnte.
Ermutigt fühlen sich all diese Gewalttäter von den neuen Rechten, die unverhohlen ihre Theorien von der Bedrohung der „weißen Rasse“ verbreiten. Die rechtsextremen Morde und Anschläge der vergangenen Jahre mögen juristisch die Taten Einzelner sein. Einzeltäter im Geiste waren diese nicht.

Regie : Steinhagen, Martín
Bremer, Ulrike
Oeser, Adrian

Land : Deutschland
Jahr : 2020

Gedenken – 8. Todestag von Burak Bektaş am 5. April 2020

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir können unser Gedenken an Burak am 5.April 2020 nicht so durchführen wie wir es gern tun würden, wir haben den Umständen entsprechend (Corona-Krise) umgeplant:

Wir laden herzlich ein an Buraks 8. Todestag individuell zu Gedenken und am Gedenkort Burak Bektaş (Rudower Strasse/Möwenweg in Berlin) Blumen niederzulegen. Der Todestag von Burak Bektaş ist nicht verschiebbar!

Den Gedenkort werden unsere Transparente, unsere Schilder und Blumen schmücken. Wir möchten unser Gedenken mit Audio-und Videobotschaften virtuell gestalten.
Schaut bitte auf unseren Blog und unsere Facebook Seite.

Hier findet ihr unsere Schilder mit kritischen Fragen oder unseren Forderungen als PDF-Dateien. Ihr könnt die Schilder gern ausdrucken und zum Gedenkort bringen oder in der Stadt verbreiten…

solidarische Grüße
„Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş“

Schilder für den 8. Todestag von Burak am 5.4.2020

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Update – 8. Todestag von Burak Bektaş am 5. April 2020

Wir können den 5. April nicht so durchführen wie geplant, wollen aber etwas zu Buraks 8. Todestag veranstalten. Der Todestag von Burak Bektaş ist nicht verschiebbar!

Bitte schaut auf unseren Blog, wir informieren Euch so bald wie möglich.

Offline wird es unser Plakat mit Überklebern geben, die Euch über unsere Pläne informieren.

Update – Filmvorführung vom 2. April auf später verschoben

Eigentlich hatten wir vor, drei Tage vor dem 8. Todestag von Burak Bektaş den Film “Der 2. Anschlag” im Aquarium mit den Fimemacher*innen und Protagonist*innen zu zeigen.

Dieses müssen wir auf später verschieben. Bleibt gesund und solidarisch.

5. April – Aufruf zur Demonstration zum 8. Jahrestag der Ermordung von Burak Bektaş

Aufklärung und Gedenken

Aufruf zur Demonstration zum 8. Jahrestag der Ermordung von Burak Bektaş

Sonntag 5. April 2020 // 14 Uhr Demonstration // Treffpunkt: U-Bahn Britz Süd // Ziel: Gedenkort Burak Bektaş (Rudower Str./Möwenweg) // Berlin-Neukölln

Im April 2012 wurde Burak Bektaş vor dem Krankenhaus Neukölln auf offener Straße von einem Unbekannten erschossen. Seine Freunde Alex und Jamal wurden lebensgefährlich verletzt. Vor 8 Jahren. Burak wäre heute 30 Jahre alt. Der Täter ist weiß. Die Tat wurde bis heute nicht aufgeklärt. Die Tat als Bekenntnis?
Ein rassistisches Motiv muss mitgedacht werden. Nicht erst seit der Selbstenttarnung des NSU im November 2011. Die Polizei hatte im Kontext des NSU rechtsextreme Hintergründe ausgeschlossen. Sie stellte keine Verbindung zwischen den Morden her. Stattdessen wurden die Opfer und Hinterbliebenen von Polizei und Gesellschaft kriminalisiert. Familien der Opfer des NSU hingegen organisierten Schweigemärsche mit der Forderung „Kein 10. Opfer“.

Im September 2015 wurde Luke Holland in Neukölln erschossen. Dreieinhalb Jahre nach Buraks Tod. Die Wohnung des Mörders war voller Nazi-Devotionalien. Der Mörder ist ein Nazi. Sein Name stand vorher in den Ermittlungsakten zur Ermordung von Burak. Ermittelt gegen ihn wurde aber nicht. Wäre nach Buraks Tod konsequent ermittelt worden, könnte Luke heute möglicherweise noch leben. Der Mörder wurde verurteilt. Aber seine Tat gilt bis heute offiziell nicht als rechter/rassistischer Mord.
Neukölln ist Schauplatz einer Serie rechter und rassistischer Gewalttaten. Schon seit spätestens 2010: Brandanschläge, Mordversuche, Beschädigungen von Gedenkstellen, so genannte Feindeslisten. Betroffene werden nicht geschützt und nicht ernst genommen. Die Taten nicht aufgeklärt. Die rechten und rassistischen Angriffe gehen weiter.
Während in diesen Wochen der neun Todesopfer des rechten und rassistischen Terrors in Hanau gedacht wird, schreibt eine Zeitung von „Shisha-Morden“, in Hessen werden Shisha-Bars im Stadtzentrum verboten und in Neukölln mit Razzien überzogen. Menschen werden bedroht, angegriffen, ermordet.
Wir rufen auf, rechte und rassistische Gewalt als solche zu benennen. Von rechtem und rassistischem Terror bedrohte Menschen zu schützen. Für ein friedliches Miteinander einzustehen. Taten von Nazis nicht zu vertuschen. Ihre Gewalttaten aufzuklären. Wir fordern angemessenes Gedenken und Entschädigungen für Opfer und Hinterbliebene. Wir fordern einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, um eine konsequente Aufklärung der Ermordung von Burak Bektaş zu erreichen. Wir klagen rechte und rassistische Strukturen in der Gesellschaft an!

Bei der Demonstration zum 8. Jahrestag der Ermordung von Burak werden Betroffene und Hinterbliebene rechter und rassistischer Gewalt sprechen. Sie kommen aus Berlin und anderen Städten. Wie jedes Jahr seit der Ermordung von Burak wollen wir im Kreis von Familie, Freunden, Freundinnen, Bekannten, anderen Betroffenen und solidarischen Menschen gemeinsam Burak gedenken. Gemeinsam wollen wir deutlich machen: Wir fordern noch immer Aufklärung!

2. April 2020 – „Der 2. Anschlag“ – Filmvorführung und Diskussion

Do. 02.04.2020 // 19.00 Uhr // Aquarium (Südblock), Skalitzerstr. 6, 10999 Berlin

„DER ZWEITE ANSCHLAG“
Rassistische Gewalt in Deutschland. Eine Anklage der Betroffenen.

Mit der Regisseurin Mala Reinhardt und Protagonist*innen.

Filmvorführung im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zum 8.Jahrestag der Ermordung von Burak Bektaş am 5.April 2012 der „Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş“.

„DER ZWEITE ANSCHLAG“ (Deutschland, 2018, Länge: 62 min) dokumentiert die bisher kaum beachtete Perspektive der Betroffenen rechter Gewalt und stellt sie in den Mittelpunkt. In tiefgehenden Interviews entwickelt der Film ein präzises Bild der teils traumatischen Erlebnisse, welche die Protagonist*innen des Films durchlebt haben. Osman Taşköprü erzählt von dem Mord an seinem Bruder Süleyman, den der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) 2001 in Hamburg beging. Er erlebte die Stigmatisierung und die Attacken aus Politik und Medien als zweiten Anschlag auf seine Familie. Ibrahim Arslan schildert seine Erinnerungen an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992, den er selbst nur knapp überlebte und Mai Phương Kollath wohnte selbst in Rostock-Lichtenhagen, als dort unter dem Beifall hunderter Schaulustiger das Sonnenblumenhaus von Neonazis in Brand gesteckt wurde. Doch es bleibt nicht dabei. Angesichts von anhaltenden rassistischen Ausschreitungen, der unzureichenden Aufklärung des NSU-Komplexes und dem Einzug der AfD in die politische Landschaft der BRD haben Mai Phương, Ibrahim und Osman eine Entscheidung getroffen: Sie werden nicht länger schweigen. Dabei verweben sich ihre Geschichten. Und während sie für eine lückenlose Aufklärung und ein Ende der Gewalt eintreten, entsteht ein Netzwerk aus Menschen, die ähnliches erlebt haben. So erhebt auch Gülistan Ayaz-Avcı, deren Partner Ramazan bereits in den 1980ern von Nazis ermordet wurde, ihre Stimme. Ihr Fall zeigt, dass rassistische motivierte Gewalt in Deutschland nicht erst mit der Wiedervereinigung beginnt. Auch Özge Pınar Sarp berichtet von aktuellen Entwicklungen und eröffnet im Film eine migrantische Perspektive auf antifaschistisches Engagement in Deutschland. Als sie vor wenigen Jahren nach Deutschland kam und selbst politisch aktiv wurde, bekam auch sie tief verankerten alltäglichen Rassismus zu spüren.
DER ZWEITE ANSCHLAG führt diese Geschichten in einer vielschichtigen Erzählweise zusammen und eröffnet einen detaillierten Einblick in den Kampf migrantischer Communities gegen Rassismus in Deutschland.“

DER ZWEITE ANSCHLAG
Rassistische Gewalt in Deutschland. Eine Anklage der Betroffenen
Dokumentarfilm von Mala Reinhardt, Kate Blamire, Katharina Degen, Patrick Lohse
Deutschland, 2018
Länge: 62 min
Originaltitel: Der zweite Anschlag Land: Deutschland Jahr: 2018 Sprache: deutsch, türkisch Untertitel: englische Laufzeit: 62 min. Format: DCP Farbe: Colour Regie: Mala Reinhardt Produktion: Kate Blamire, Benjamin Cölle, Katharina Degen, Patrick Lohse, Mala Reinhardt Kamera: Patrick Lohse, Katharina Degen Schnitt: Federico Neri Musik: Macarena Solervicens Ton: Kate Blamire, Gerald Mandl Website: derzweiteanschlag.de

Interview mit Mala Rheinhardt



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