Archiv für Januar 2014

Ei­ni­ge Fotos von der Kund­ge­bung am 05.​01.​2014 am Kotti, Berlin



PM zur Mahnwache am 05.01.2014 „Burak Bektas unvergessen! Wir fordern Aufklärung!“

Burak wurde in der Nacht zum 5. April 2012 vor dem Krankenhaus Neukölln erschossen. Der unbekannte Täter (ca. 1,80 Meter groß, zwischen 40 und 60 Jahre, männlich und weiß) schoss völlig unvermittelt auf ihn und seine Freunde, zwei wurden lebensgefährlich verletzt, Burak tödlich getroffen. Danach ging der Mörder genauso wortlos, wie er gekommen war. Er flüchtete zu Fuß.

Der an eine Hinrichtung erinnernde Mord auf offener Straße wird von Angehörigen, Freund_innen und Bekannten als große Bedrohung empfunden. Denn der Täter läuft immer noch frei herum und kann mit Waffen umgehen. Niemand weiß, was er als nächstes tut.

Auch nach 21 Monaten ist der Mord an Burak ungeklärt.
Noch immer gibt es keine Ermittlungsergebnisse. Es liegen keinerlei Informationen vor, inwiefern die Behörden ein rassistisches Tatmotiv in Betracht ziehen und was sie in diese Richtung ermittelt haben. Wir fragen uns was die Behörden aus ihrem Versagen bezüglich der Aufdeckung des NSU gelernt haben.

Wir fordern gezielte Ermittlungen in Richtung eines rassistischen oder neo-nazistischen Verbrechens.

Die erst im Dezember bekanntgewordenen 78 neuen Verdachtsfälle von Tötungsverbrechen mit möglicherweise rassistischem oder neonazistischem Hintergrund in Berlin zwischen 1990 und 2011 werten wir als einen politischen Skandal. Sie offenbaren die unzureichende und verharmlosende bisherige Informationspolitik der Berliner Polizei und des Innensenats in all diesen Fällen. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass auch nach 2011 Tötungsverbrechen stattgefunden haben, die nochmals auf rechte insbesondere rassistische Tathintergründe überprüft werden müssen. Die Polizei kommt in all diesen Fällen bis heute ihrem Auftrag, die Öffentlichkeit zu informieren, nicht nach. Auch die Angehörigen der Todesopfer erhalten nur ausgewählte Informationen.

Wir fragen daher die Polizei, die Staatsanwaltschaft und den Innensenat:

- Nach welchen Kriterien entscheidet das BKA, ob ein Tötungsverbrechen auf rechte Tatmotive und Hintergründen überprüft werden soll?
- Erfüllt auch der Mord an Burak die Kriterien des BKA?
- Ergeben sich aus diesen Kriterien neue Ermittlungsansätze, die auch auf die Ermittlungen gegen den Mörder von Burak angewendet werden müssten?

Wir fordern die sofortige Veröffentlichung der Kriterien sowie der neu zu überprüfenden Verdachtsfälle. Wir fordern Transparenz! Die Öffentlichkeit und die Angehörigen der Opfer haben ein Recht auf diese Informationen.

Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak

In der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak haben sich Angehörige und Freunde Buraks, antirassistische und antifaschistische Gruppen und engagierte Personen aus Neukölln zusammengeschlossen.