Archiv für August 2016

Redebeitrag auf der Gedenkveranstaltung der Initiative für ein Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân“:

Foto von der Kundgebung am 27.08.2016 in Hamburg, Halskestraße. Am 36. Jahrestag der Ermordung von Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân durch einen Brandanschlag von organisierten Nazis.
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„Rechter Mord“ in Neukölln? – Ein Interview zum Mord an Luke Holland

Interview als PDF

Das Berliner Landgericht in Moabit hat am 11. Juli 2016 im Mordprozess gegen Rolf Z. sein Urteil verkündet. Der Angeklagte soll am 20. September 2015 den weißen britischen Wahlberliner Luke Holland vor einer Kneipe in Neukölln heimtückisch ermordet haben und wurde von der Kammer zu 11 Jahren und 7 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Das Tatmotiv und ein mögliches Handeln aus rassistischen Gründen konnten nach Angaben des Richters jedoch nicht festgestellt werden. Studierende der Freien Universität Berlin haben den Prozess begleitet und sich nach der mündlichen Urteilsverkündung zu einem Interview mit ein paar Leuten aus der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak B. getroffen. Sie sprachen über den Prozess, die Leerstelle Rassismus und Verbindungen zum Mord an Burak Bektaş.

War der Mord an Luke Holland ein „rechter Mord“ bzw. ein Mord aus rassistischen Motiven?

Wir sind uns sicher, dass es ein rechter Mord war. Sowohl die Wohnung des Täters, als auch das Täterprofil lassen darauf schließen. Wir haben hier die Wohnung eines Täters, die voll ist mit Devotionalien von Nazigrößen wie zum Beispiel Büsten und Bildern, sowie mit anderen Gegenständen mit positivem Bezug zur NS-Zeit. Hinzu kommen Waffen und erhebliche Mengen an Schwarzpulver bzw. Sprengstoff, die in der Wohnung des Täters gefunden wurden. Das sind deutliche Hinweise (mehr…)

Closing Statement der Eltern von Luke Holland zum Prozessende am 11.07.2016

Am 11. Juli 2016 endete der Prozess um die Ermordung von Luke Holland am 20. September 2015 in der Ringbahnstraße in Berlin-Neukölln. Der verurteilte Täter wird bereits in der Akte zur Ermordung von Burak Bektaş am 5.4.2012 als Tatverdächtiger erwähnt.

Hier veröffentlichen wir das Statement von Rita und Phil Holland, den Eltern von Luke. Wir Danken ihnen, das wir es hier veröffentlichen können.

Closing Statement Phil Holland

Luke was my favourite person, not only my son.
I cry often when alone, like men do.

He was, and should still be, intelligent, funny, hard working, helpful and caring.
I did not know how caring, and loved, until over 300 people attended his funeral, the majority I did not know. (mehr…)

kommende Termine

Am 5. September findet wieder unsere Mahnwache in Gedenken an Burak Bektaş statt, ihr seit herzlich eingeladen. Ort wird so bald wie möglich hier veröffentlicht.
Zuvor findet am 26.08.2016 im about:blank im Markgrafendamm 24 c in Berlin am Ostkreuz eine Party statt, der Erlös kommt dem Refugee-Housing-Squat notara 26 in Athen und der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş zu Gute.

Hamburg: „36 Jahre nach den rassistischen Morden – Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân!“


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Mordprozess in Berlin macht institutionellen Rassismus sichtbar

Am 4. August 2016 wurde dieser Artikel zum Prozess zur Ermordung von Luke Holland veröffentlicht:

Zur Humboldt Law Clinc: Die Ziele der Humboldt Law Clinc sind Grund- und Menschenrechte vor Gericht zu verteidigen, Antidiskriminierung und Inklusionspolitiken im Kontext von Geschlechterverhältnissen, Rassismus, Ableism und anderen sozialen Ungleichheitsverhältnissen rechtspolitisch voranzubringen – in der Humboldt Law Clinic Grund- und Menschenrechte arbeiten Studierende interdisziplinär.

Mordprozess in Berlin macht institutionellen Rassismus sichtbar

Am 11. Juli 2016 ging der Prozess gegen Rolf Z. wegen Mordes an Luke Holland mit einer Verurteilung zu Ende. Trotz Funden von Waffen und Nazidevotionalien in der Wohnung des Angeklagten, sowie Zeug*innenaussagen, Rolf Z. habe sich über das internationale Publikum in seiner Stammkneipe geärgert, spricht der Richter von einem Mord ohne Motiv. Das psychologische Gutachten zum Angeklagten illustriert indes institutionellen Rassismus im Gerichtssaal.

Der Mord an Luke Holland

Nach Ansicht des Gerichts hatte Rolf Z. den weißen Briten Luke Holland am 20. September 2015 vor einer Bar in Neukölln erschossen. In seiner Wohnung wurden neben Waffen und Sprengstoff auch umfangreiche Nazidevotionalien gefunden.

Weiterlesen unter http://grundundmenschenrechtsblog.de/