Fotos: Remember Luke Holland – Fight Fascist Terror!

Zum 2. Jahrestag des Mordes an Luke Holland haben wir gemeinsam mit Freund*innen Blumen niedergelegt und eine Schweigeminute abgehalten.

Luke Holland wuchs in Manchester auf, studierte unter anderem in Oxfort, lebte in Japan und seit einem Jahr als Jurist in Berlin. Er hatte hier eine Firma gegründet, die Start-up-Firmen juristisch beriet. Wie überall spielte er auch in Berlin leidenschaftlich Fußball. Als Luke vor der inzwischen geschlossenen Kneipe Del Rex an der Ecke Ringbahnstraße, Walterstraße stand und gerade telefonisch einem Freund in Großbritannien zum Geburtstag gratuliert hatte, wurde er am 20. September 2015 mit 31 Jahren ermordet. Er wurde ermordet da er Englisch sprach.

Der Mord an Luke Holland wurde von dem polizeibekannten Nazi Rolf Zielezinski verübt. In dem Prozess am Landgericht Berlin wollte der Richter trotzdem kein politisches Motiv erkennen. Diese gewollte Blindheit der deutschen Justiz ist typisch und stärkt die Nazis. Dem wollen wir etwas entgegensetzen.

Wir wollten mit unserer Kundgebung in Gedenken an Luke Holland nicht nur an ihn, sondern auch an die weiteren Opfer von rechter und rassistischer Gewalt in Berlin erinnern. Viele von ihnen sind nach wie vor nicht von staatlicher Seite als Morde von Nazis und Rassisten anerkannt. So wird das Problem mit Nazigewalt in Berlin kleingeredet. Für eine antifaschistische und antirassistische Gedenkkultur.

In Gedenken an:

Ufuk Şahin ermordet am 12. Mai 1989 im Märkischen Viertel, Reinickendorf
Mahmud Azhar ermordet am 7. Januar 1990 in Dahlem
Klaus-Dieter Reichert – 11. Dezember 1990 in Lichtenberg
Mete Ekşi – 26. Oktober 1991 am Adenauerplatz, Charlottenburg
Nguyen Van Tu – 24. April 1992 Marzahn
Günter Schwannecke – 29. August 1992 in Charlottenburg
Silvio Meier – 21. November 1992 in Friedrichshain
Hans-Joachim Heidelberg -24. Oktober 1993 in Schöneweide
Beate Fischer – 23. Juli 1994 in Reinickendorf
Jan W. – 26. Juli 1994 in die Spree getrieben
Kurt Schneider – 6. Oktober 1999 in Lichtenberg
Dieter Eich – 25. Mai 2000 in Buch
Ingo B. – 6. November 2001 in Berlin
Attila Murat Aydin – 13. Juni 2003 (bekannt auch als Graffitti-Künstler unter dem Namen Maxim) in Köpenick
Jusef El-A. 4.März 2012 (war als Schlichter für das Bezirksamt-Neukölln eingesetzt)
Luke Holland – 20. September 2015 in Neukölln

und – als Verdachtsfall – Burak Bektaş, ermordet am 5. April 2012 in Neukölln.

Bisher sind in Berlin nur 5 rechte Morde vom Staat anerkannt worden. Wie groß der Abgrund der Gewalt durch Nazis und Rassisten ist, zeigte sich, als nach dem Bekanntwerden des NSU allein in Berlin 78 neue Verdachtsfälle von Tötungsverbrechen mit möglicherweise rassistischem oder neonazistischem Hintergrund überprüft wurden, allerdings nur behördenintern. Das Ergebnis war, es gäbe keine weiteren Tötungsdelikte mit rassistischem oder neonazistischem Hintergrund. Auch Luke Holland Ermordung befindet sich nicht unter den anerkannten Morden.

Remember Luke Holland – Fight Fascist Terror!