Grußbotschaft der Initiative in Gedenken an Yaya Jabbi, Hamburg

- gehalten bei der Demonstration „Burak unvergessen – Aufklären und Erinnern“ am 8. April 2018 in Berlin Neukölln-Süd:

Liebe Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş, liebe Angehörige von Burak und Teilnehmende der Kundgebung.

Wir möchten Euch an dieser Stelle viel Kraft und Power wünschen, Euren Kampf für ein Gedenken an den Menschen den Ihr verloren habt und ein Erinnern an die Umstände denen er zum Opfer gefallen ist weiterhin laut in die Öffentlichkeit zu tragen.

Es darf den Tätern nicht gelingen uns zum Schweigen zu bringen wie sie schon ihre Opfer zum Schweigen gebracht haben, und es darf der Öffentlichkeit nicht gelingen sich einem Erinnern zu entziehen.

Gedenkorte, Mahnorte, so wie der, den Ihr heute einweiht, sind wichtig.

Für uns, um uns zu erinnern, aber auch um als Stachel im ignoranten Schweigen der Mehrheit zu wirken, die nicht zur Kenntnis nehmen will, das Rassismus tötet, die das Privileg davon ja nicht betroffen zu sein voll ausspielt, und uns dazu zwingt laut und sichtbar zu werden, wo wir vielleicht einfach in Stille gedenken wollen würden.

Die Initiative in Gedenkan an Laye Condé, der am 7. Januar 2005, in Bremen mit Brechmitteln zu Tode gefoltert wurde, haben es auf den Punkt gebracht wenn sie die Frage stellen:

Eine Tat – ein Toter – keine Täter?

So wird es von den Behörden auch zu Oury Jalloh erzählt, so wird es zu Yaya Jabbi erzählt, zu Achidi John und nun auch zu Burak.

Und das ist es auch was die Mehrheit der Bevölkerung hören will.

Doch die Geschichte muß erzählt werden. Die Geschichte von Burak, davon welch ein Mensch er war und wieso er nicht mehr da ist.

Wir wären gerne selbst bei Eurer Kundgebung und würden etwas von Eurer Power tanken, Euch treffen und uns austauschen, wie das mit dem Gedenkort geht,

nachdem Unserer am Yaya Jabbi Circle vom Bezirksamt Hamburg Altona nach weniger als 48 Stunden wieder zerstört wurde.

Aber an diesem Wochenende sind wir in den Versuch eingebunden das Gedenken an die deutschen Kolonialverbrechen in Namibia ans Licht der Öffentlichkeit zu zerren, und organisieren mit vielen Anderen eine Konferenz zum Erinnern des Genozid an Herero und Nama zwischen 1904 und 1908. Auch hier gilt es ein Erinnern zu erkämpfen, auch hier ringen Angehörige um eine Würdigung von Opfern und Verbrechen, und das nun schon seit mehr als hundert Jahren.

Wir, Ihr, werden nicht weitere Hundert Jahre warten bis den Opfern von Rassismus in diesem Land ein würdiges Erinnern zu teil wird. Und wenn es die Behörden, wenn es die Mehrheit nicht schafft diese Kraft aufzubringen, dann werden wir es selbst tun – gemeinsam.

Initiative in Gedenken an Yaya Jabbi – 4.4.2018