Die siebte Folge des rbb-Podcasts hinterlässt mich sprachlos – Die ehemalige Freundin von Burak Bektas wird dem Publikum präsentiert.

Nach den ersten Minuten denke ich noch: Ach, jetzt kommt ein bißchen Regenbogenpresse-Klatsch. Das intensive Nachfragen nach Affären und Verehrerinnen, nach Eifersucht und Streitigkeiten. „Investigativer“ Journalismus in der Privatsphäre der Opfer.

Und wir erfahren ganz neue Erkenntnisse, die den Freunden, den Angehörigen und der Polizei schon Jahre bekannt waren: Burak soll nicht nur 1a-Schüler gewesen sein und habe einen unorthodoxen Lebensweg gehabt. Er habe Verehrerinnen gehabt und habe sich am Wochenende mit seinen Freunden getroffen, statt mit seiner Freundin. Und dann die große Enthüllung: Es habe einen Streit gegeben, 3 Wochen vor dem Mord, zwischen Buraks Freunden und anderen jüngeren Menschen. Eine halbe Stunde habe man sich gestritten (und danach wieder vertragen). Auch dies war der Polizei bekannt und wurde von ihr intensiv untersucht.
Für Philip Meinhold reicht diese Erkenntnis, um sich zu fragen, ob er sich nicht zu viel mit Rassismus als Motiv beschäftigt habe. Und so endet auch sein heutiger Podcast mit einem Satz von Burak Freundin Necky: Sie könne sich Rassismus als Motiv nicht vorstellen.

Zuvor erfahren wir erfahren wir ihre Begründung. Burak habe ja nicht südländisch ausgesehen.
Ach so.

Warum hinterlässt mich das Ganze sprachlos?
6 Folgen lang erfahren wir viele neue Aspekte zum Mord an Burak Bektas. Vieles, was der Polizei nicht bekannt war oder von ihr „übersehen“ wurde, Puzzlesteine in einem nicht zu begreifenden Mordfall. Ein Gespräch mit seiner Ex-Freundin über recht gewöhnliche private Dinge, die der Polizei bekannt waren und die diese schon ausermittelt hat, wird uns hier als Enthüllung präsentiert und scheint alles Vorherige in Frage zu stellen.

Und in der nächsten Folge soll es dann intensiver um die Familie, die Überlebenden und das Leben nach dem Tod von Burak Bektas gehen.

(Übernommen von https://linksunten.indymedia.org/de/node/159966)