Gedenkdemonstration am Sa, 9.4

Anlässlich des vierten Todestags von Burak Bektaş ruft die Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak gemeinsam mit Angehörigen und Familie am 9. April 2016 um 14 Uhr zu einer Gedenkdemonstration auf. Diese wird vom Tatort des Mordes an Burak Bektaş (Krankenhaus Neukölln, Rudower Str. 51) zum Tatort des Mordes an Luke Holland (Ringbahnstr.) führen, die Abschlusskundgebung findet am S+U-Bhf Neukölln statt. Die Eltern von Luke Holland sowie die Eltern von Burak Bektaş unterstützen die Demonstration unter dem Motto „Wir fordern Aufklärung!“

Eine Sprecherin der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektas resümiert:
„Eine Konsequenz aus den eklatanten Ermittlungsfehlern bei den NSU-Morden muss sein, dass in Fällen wie dem Mord an Burak Bektaş ein rassistisches Motiv eingehend überprüft und ausgeschlossen wird. In den vergangenen vier Jahren konnten die ermittelnden Behörden nicht glaubhaft machen, .dass sie ein rassistisches Motiv hier ernsthaft in Erwägung ziehen. Stattdessen tun sie lediglich Routineschritte nach Lehrbuch – als hätte es den NSU nie gegeben. Wir fordern daher die Einsetzung neuer Ermittler_innen und die Übernahme des Falls durch einen neuen Staatsanwalt.“

Bereits am Dienstag 5. April – dem Jahrestag des Mordes an Burak Bektaş – wird es am S+U-Bahnhof Hermannstr. eine Mahnwache zum Gedenken an Burak Bektaş geben. Dort stehen Vertreter_innen der Initiative und Angehörige von Burak Bektaş für Pressegespräche zur Verfügung.

Zum Hintergrund: Vor genau vier Jahren, am 5. April 2012, schoss ein unbekannter, weißer Mann gegenüber des Krankenhauses Neukölln unvermittelt auf eine Gruppe Jugendlicher. Zwei von ihnen wurden lebensgefährlich verletzt, der 22-jährige Burak Bektas kam dabei ums Leben. Die Tat ist bis heute nicht aufgeklärt, der Mörder läuft weiterhin frei herum. Die Familie fühlt sich nicht sicher, genauso wie viele andere aus der türkischstämmigen Community. Denn weiterhin steht die schreiende Frage im Raum: War Rassismus das Motiv?

Erst in den letzten Monaten kam es zu neuen Entwicklungen im Fall: Im September 2015 wurde der 31-jährige Brite Luke Holland in der Neuköllner Ringbahnstraße erschossen. Zu dem Tatverdächtigen Rolf Z. gab es bereits in den Akten zu Burak Bektaş einen Hinweis, dem jedoch nicht weiter nachgegangen wurde. Zeugen sagten aus, dass sich Rolf Z. in der Nacht des Mordes in eine Kneipe darüber beschwerte, dass zu wenig Deutsch gesprochen werde. In seiner Wohnung wurden Nazi-Devotionalien, mehrere Waffen und Munition entdeckt. Der Prozess gegen ihn läuft, Rolf Z. verweigert bisher jede Aussage.

Di, 5. April, 17 Uhr, S-Bahnhof Hermannstraße: Mahnwache zum 4. Todestag
Sa, 9. April, 14 Uhr, Tatort des Mordes an Burak Bektaş (Krankenhaus Neukölln, Rudower Str. 51): Demonstration in Gedenken an Burak Bektaş unter dem Motto „Wir fordern Aufklärung!“