Grußwort der Initiative in Gedenken Jaja Diabi

Die Morde an Burak Bektaş und Jaja Diabi haben, so unterschiedlich sie auf den ersten Blick scheinen, viele Gemeinsamkeiten.

Burak wurde im Rahmen eines rassistischen Mordes auf offener Straße erschossen. Von einem Täter ohne Skrupel, der geplant und berechnend handelte. Der Täter ging hier in Neukölln bewusst auf die Gruppe junger Männer zu, die dem weißen rassistischen Selbstbild Deutschlands nicht entsprachen. Der Rassismus des Täters und der deutschen Gesellschaft, der Burak und seine Freunde durchgehend als Anders und Fremd markiert, war dabei die Grundlage des Mordes. (mehr…)

Pressekonferenz der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş anlässlich des 5. Todestags am 5.4.2017

Bilanz

Wir als Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş haben heute zu dieser Pressekonferenz eingeladen, um eine Bilanz der letzten fünf Jahre zu ziehen, die seit dem Mordanschlag auf Burak Bektaş und seine Freunde vergangen sind. Diese Bilanz sieht folgendermaßen aus:

Fünf Jahre nach Buraks Tod gibt es immer noch keine Gewissheit für die Angehörigen. Der Mord ist nicht aufgeklärt.

In Neukölln sowie anderen Teilen Berlins herrscht angesichts der unaufgeklärten Gewalttat weiterhin Verunsicherung, insbesondere unter Jugendlichen, die von Rassismus betroffen sind.

Es gab keine ausreichenden Ermittlungen in Richtung eines möglichen rassistischen Tatmotivs – oder diese Ermittlungen wurden nicht ausreichend in den Akten dokumentiert

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat keine Ermittlungsergebnisse vorzuweisen.

Forderungen

Vor diesem Hintergrund sind wir heute auch hier, um Forderungen zu stellen. Nach fünf Jahren Ungewissheit und nicht zuletzt auch mit Blick auf die Erkenntnisse über den NSU-Komplex fordern wir, dass die Ermittlungen zum Mord an Burak Bektaş komplett neu aufgerollt werden. Die Frage, ob der Mordanschlag auf Burak und seine Freunde eine NSU-Nachahmertat oder ein anderweitig rassistisch motivierter Mord war, stellt sich heute noch genauso wie vor fünf Jahren.

Grundsätzlich fordern wir Transparenz seitens der Behörden gegenüber den Angehörigen und der Öffentlichkeit. Dabei geht es zum einen um die Frage: Was wurde bisher getan, um hinsichtlich eines möglichen rassistischen Tatmotivs zu ermitteln und was nicht? Welchen Hinweisen wurde in welcher Form nachgegangen? Wie und nach welchen Kriterien wurde bisher ermittelt? Was meinen die zuständigen Ermittler, wenn sie sagen, sie hätten „in alle Richtungen geprüft“? Wichtig ist vor allen Dingen aber auch: Wie sieht es aktuell aus? Werden aktuell überhaupt noch Ermittlungen durchgeführt? Gibt es Ansätze, um doch noch zu Ermittlungsergebnissen zu kommen? Das sind Fragen, auf die wir gerne Antworten hätten. (mehr…)

Grussbotschaft an Familie Yozgat / Initiative 6.April

Liebe Familie Familie Yozgat, Angehörige und Freunde, Liebe Unterstützer_innen,

wir gedenken Halit Yozgat, der vor 11 Jahren gewaltsam aus seinem und Ihrem Leben gerissen wurde. Ihnen, die einen geliebten Menschen verloren haben, gilt unser tiefstes Mitgefühl. Wie in allen anderen NSU-Morden auch, setzten sofort, zu allem Schmerz, rassistische polizeiliche Ermittlungen gegen sie, die Angehörigen, ein. Für Sie, die Angehörigen war aber von Anfang an klar: Das war ein rassistischer Mord.

Nur 2 Tage zuvor war in Dortmund ein anderer Mord an einem Migranten geschehen, der Mord an Mehmet Kubaşık. Sie haben sich als Familien in Dortmund und Kassel zusammengetan und bereits 2006 demonstriert und gerufen „Kein 10. Opfer!“. Dennoch geschah der Mord an Michele Kiesewetter, einer Polizistin. Bis zum November 2011, dem Auffliegen des NSU sollten noch 6 Jahre vergehen. Sie gaben nicht auf. Auch wenn aus Opfern versucht wurde Täter zu machen. Sie haben gekämpft für die Wahrheit und um ihrer Würde wegen. (mehr…)

Fotos von der Gedenkkundgebung & Grundsteinlegung am 5. Jahrestag des Mordes an Burak Bektaş

200 Menschen beteiligten sich gestern an der Grundsteinlegung für den Gedenkort Burak Bektaş. Hier ein kleiner Eindruck:

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Presse zum 5. Jahrestag des Mordes an Burak Bektaş

06.04.2017 junge Welt: Fünf Jahre Ungewissheit – Mord an Burak Bektas in Berlin: Anwälte und Aktivisten fordern unabhängige Untersuchung. Grundstein für Gedenkort gelegt
06.04.2017 berliner Zeitung: Mord an Burak B. vor fünf Jahren Haben die Ermittler etwas übersehen?
06.04.2017 tagesspiegel: Nach dem Mord in Neukölln Familie von Burak Bektas fordert neue Ermittlungen
dpa-Meldung: 06.04.2017 Berliner Morgenpost: Kontroverse um Ermittlungen über Mord an Burak B. vor fünf Jahren / welt / Focus / Superillu
rbb: 05.04.17 | 23:28 Uhr | Fünf Jahre nach dem Mord – Gedenkort für Burak Bektas nimmt Formen an
Mi 05.04.2017 | 21:45 | rbb AKTUELL – Gedenken an Burak Bektasch
05.04.2017 neues Deutschland: Mahnen und Gedenken – Fünf Jahre nach dem Mord an Burak Bektas ist der Täter immer noch nicht gefasst
05.04.2017 taz: NSU-Opfer-Anwalt über Burak – Bektaș „Das rechte Auge ist trübe“
rbb 05.04.17 | 07:45 Uhr | Interview | Mord an Burak Bektas – „Die Ermittler warten darauf, dass neue Hinweise auftauchen“
rbb: Mi 05.04.2017 | 07:25 | Interviews – Fall Burak: Kein Phantombild, kein Motiv, keine Spur
05.04.2017 neues Deutschland: Zum Fall Bektaş: Strukturen verändern
04.04.2017 Berliner Zeitung: Fünf Jahre nach dem Mord: Angehörige und Freunde treffen sich in Gedenken an Burak B.
01.04.2017 taz: Zerschossene Idylle – Am 5. April 2012 fallen im Süden von Neukölln Schüsse. Ein junger Mann stirbt.
01.04.2017 taz: Eine Narbe, die nicht heilt – Im Süden Neuköllns soll eine Skulptur an Burak Bektaş erinnern, der dort vor fünf Jahren erschossen wurde.

Pressegespräch – Aufnahme vom 5. April 2017

Bilanz zum 5. Jahrestag des Mordes an Burak Bektaş im Rathaus Neukölln
05.04.2017 – 10 Uhr // Rathaus Neukölln Raum A461 mit

  • MELEK BEKTAŞ, Mutter von Burak
  • OGÜN PARLAYAN, Anwalt der Familie Bektaş
  • ULRIKE SCHMIDT, Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak

(16 min.) link

Wir laden euch herzlich zur Gedenkkundgebung und Grundsteinlegung um 18.30 Uhr Rudower Str./Möwenweg (U Britz-Süd) ein.

Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) fordert erneut gezielte Ermittlungen im Mordfall Burak Bektaş

Burak Bektaş wurde vor fünf Jahren, am 5. April 2012, auf offener Straße von einem Unbekannten kaltblütig ermordet, seine Freunde Alex und Jamal sind lebensgefährlich verletzt worden. Auch nach fünf Jahren sind die Ermittlungen der Berliner Polizei und der Berliner Staatsanwaltschaft immer noch ergebnislos. (mehr…)

04.04.2017 Grussbotschaft an FAMILIE KUBAŞIK und die Initiative „TAG DER SOLIDARITÄT“ (Dortmund)

Liebe Familie Familie Kubaşık, Angehörige und Freunde, Liebe Unterstützer_innen,
wir gedenken mit ihnen zusammen -heute- Mehmet Kubaşık, der vor 11 Jahren ermordet wurde. Ihnen, die einen geliebten Menschen gewaltsam verloren haben, gilt unser tiefstes Mitgefühl. Ihrem Verlust folgten schmerzvolle und einsame Monate und Jahre. Eine Zeit der Verunsicherung und der Angst. Für Sie, die Angehörigen, war von Anfang an klar: Das war ein rassistischer Mord. Denn alles deutete darauf. Doch wie in allen anderen NSU-Morden setzten sofort rassistische Polizeiermittlungen ein. Eine Verstrickung von staatlichen Stellen und Nazi-Strukturen wirkte über Politik bis Medien. Die Folge des strukturellen Rassismus war, sie wurden alleingelassen. Auch wir standen damals nicht an ihrer Seite. In einem Abstand von nur 2 Tagen erfolgte in Kassel ein weiterer Mord an einem Mann mit migrantischer Herkunft, Halit Yozgat. Sie haben sich aus Dortmund und Kassel als Familien zusammengetan und bereits 2006 mit ihren Demonstrationen „Kein 10. Opfer!“ ihr Wissen auf die Straßen getragen. Bis zum November 2011, dem Auffliegen des NSU, sollten noch 6 Jahre vergehen. Aus Opfern wurde versucht Täter zu machen. Aber Sie haben nicht aufgegeben. Sie haben gekämpft für die Wahrheit und um ihrer Würde wegen. (mehr…)

Am 4. April 2017 wäre Luke Holland 33 Jahre alt geworden

In Gedenken an Luke Holland haben wir wenige Blumen und Lichter an seiner Todesstelle aufgestellt.
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PM Die Anwälte der Familie Bektaş zum 5. Jahrestag der Ermordung Burak Bektaş

Morgen, am 05. April 2017 jährt sich die Ermordung von Burak Bektas zum fünften Mal. Der damals 22-jährige wurde in Berlin-Neukölln auf offener Straße kaltblütig erschossen. Zwei seiner -ebenfalls migrantischen- Freunde wurden schwer verletzt.

Seitdem wartet die Familie Bektas auf Antworten. Wer hat unseren Sohn und Bruder ermordet? Warum wurde Burak um sein junges Leben betrogen? Ist er das Opfer einer rassistischen Tat? Tut die Polizei wirklich alles, um den Mord aufzuklären?

Auch die Öffentlichkeit ist besorgt, ob der anhaltenden Ungewissheit. Gerade in der türkischstämmigen Gesellschaft sorgt der heimtückische Mord für Diskussionen und Ängste. (mehr…)

Presse & Audios zum 5. Jahrestag des Mordes an Burak Bektaş

05.04.2017 neues Deutschland: Zum Fall Bektaş: Strukturen verändern link
01.04.2017 taz: Zerschossene Idylle – Am 5. April 2012 fallen im Süden von Neukölln Schüsse. Ein junger Mann stirbt. link
01.04.2017 taz: Eine Narbe, die nicht heilt – Im Süden Neuköllns soll eine Skulptur an Burak Bektaş erinnern, der dort vor fünf Jahren erschossen wurde. link

Veranstaltungmitschnitt: 21 März – Internationaler Tag gegen Rassismus – Rassismus geht uns alle an! Erinnerst du dich?
(49 min.) link

Veranstaltungsmitschnitt vom 1. März: Gedenken ohne Gewissheit? – Podiumsdiskussion zum Gedenkort für Burak Bektaş
(1:06 h) link

Pressegespräch am 05.04.2017 – Bilanz zum 5. Jahrestag des Mordes an Burak Bektaş im Rathaus Neukölln

05.04.2017 – 10 Uhr // Rathaus Neukölln Raum A461

mit

  • MELEK BEKTAŞ, Mutter von Burak
  • OGÜN PARLAYAN, Anwalt der Familie Bektaş
  • ULRIKE SCHMIDT, Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak
    Bektaş

Am 5. April 2012 wurde Burak Bektaș (22) in Berlin-Neukölln ermordet, zwei seiner Freunde schwer verletzt. Seit nunmehr fünf Jahren fordern die Angehörigen von Burak eine Aufklärung dieses Mordes und die Beantwortung der vielen offenen Fragen.

Bereits am 11. Januar 2016 richtete sich Familie Bektaş mit ihren Anwälten an die Öffentlichkeit. Sie übten massive Kritik an den Ermittlungen der zuständigen Staatsanwaltschaft und der Polizei, da zu wenig in Richtung eines rassistischen Tatmotivs ermittelt wurde. Konsequenzen aus dem Versagen der Ermittlungsbehörden beim rechten Terrornetzwerk „NSU“ scheinen nicht gezogen worden zu sein.

Heute – 5 Jahre nach dem Mord an Burak – zieht die Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş gemeinsam mit Familie Bektaş und deren Anwälten Bilanz und fordert politische Konsequenzen aus dem neuerlichen Behördenversagen. Die bisherigen Bemühungen von Politik, Staatsanwaltschaft und Polizei müssen sich einer unabhängigen kritischen Überprüfung stellen und die Ermittlungen müssen neu aufgerollt werden.

im RATHAUS NEUKÖLLN, Raum A 461
Eingang rechts neben der Treppe, mit Fahrstuhl in 4. OG, dort erste Tür rechts.

Trailer zur Kundgebung & Grundsteinlegung an Burak Bektaş 5. Todestag

TRAILER

5. Jahrestag des Mordes an Burak Bektaş

War Rassismus das Motiv?
5 Jahre Ungewissheit – Wir fordern Konsequenzen!

Einladung zur Kundgebung und feierlichen Grundsteinlegung
für einen Gedenkort für Burak Bektaş

Mittwoch, 5. April 18.30 Uhr
Rudower Str./Möwenweg (U Britz-Süd)

Burak Bektaș wurde am 5. April 2012 in Berlin-Neukölln von einem Unbekannten ermordet, zwei seiner Freunde wurden lebensgefährlich verletzt. Sie standen gegenüber des Krankenhaus Neukölln und unterhielten sich, als ein unbekannter weißer Mann gezielt auf die Gruppe Jugendlicher mit sogenanntem Migrationshintergrund zuging und mehrere Schüsse auf sie abfeuerte: Völlig unvermittelt und wortlos schoss er und entfernte sich langsam vom Tatort. Die Überlebenden hatten den Täter noch nie zuvor gesehen. Sie beschreiben die Tat als Hinrichtung auf offener Straße. Ein Vorgang, den wir von den Morden des NSU kennen: Weißer Mann schießt wortlos und ohne Vorwarnung auf Migranten. War der Mordanschlag auf Burak und seine Freunde eine NSU-Nachahmungstat? War der Mörder ein Rassist? Viele Fragen, keine Antworten.

Fünf Jahre nach dem Mordanschlag auf Burak Bektaş und seine Freunde

  • gibt es immer noch keine Gewissheit für die Angehörigen
  • hat die Staatsanwaltschaft keine Ermittlungsergebnisse vorzuweisen
  • wird Rassismus und ein rechtes Tatmotiv nicht ausreichend untersucht
  • werden keine Lehren aus den Ermittlungen zum NSU gezogen
  • herrscht weiterhin große Verunsicherung auf den Straßen Neuköllns – vor allem unter Jugendlichen, die von Rassismus betroffen sind
  • bleibt der Mord an Burak kein Einzelfall: In Berlin gibt es mehrere unaufgeklärte Tötungsfälle, bei denen ein rechtes/rassistisches Motiv möglich ist

Deshalb haben wir jedes Vertrauen in Polizei und Staatsanwaltschaft verloren.

Wir fordern politische Konsequenzen:

  • Eine Offenlegung sowie kritische und unabhängige Überprüfung der bisherigen (nicht)geleisteten Arbeit der Staatsanwaltschaft und Polizei, insbesondere was in Richtung Rassismus (nicht) ermittelt wurde.
  • Neue, gezielte Ermittlungen in Richtung eines rassistischen Tatmotivs: Hinweisen, die auf eine extrem rechte Täterschaft deuten, muss konsequent nachgegangen werden.
  • Transparenz seitens der Polizei gegenüber den Angehörigen des Ermordeten und der Öffentlichkeit.

Nach 5 Jahren Ungewissheit fordern wir, dass die Ermittlungen neu aufgerollt werden!

Kommt am 5. Jahrestag des Mordes an Burak Bektaş zur Grundsteinlegung des Gedenkortes!

Setzen wir gemeinsam ein deutliches Zeichen, dass es so nicht weitergehen kann!

Redebeitrag auf der antifaschistische Demonstration: Jetzt erst recht! Offensiv gegen Nazigewalt und Rassismus – Solidarität mit den Angegriffenen!

am 25.03.2017 in Süd-Neukölln (Berlin)

Am 25.03.2017 demonstrierten über 700 Menschen, gegen Nazigewalt und Rassismus in Südneukölln. – in Solidarität mit den Menschen deren Autos angezündet, auf deren Arbeitsplatz ein Brandanschlag verübt wurde, deren Scheiben eingeworfen, deren Hauswände mit Morddrohungen versehen wurden.
Seit Herbst 2016 wurden über 20 Naziangriffe auf Buchhändler, Gewerkschaftler*innen, vermeintliche Linke und SPD‘ler*innen in Berlin-Neukölln, Kreuzberg und dem Wedding verübt.
Kein einziger Täter wurde verhaftet, genauso wenig wie der Mörder von Burak Bektaş. (mehr…)